14.01.2020 12:56 |

Arbeiter in Kurzarbeit

Hacker nehmen Firma mit Ransomware in Geiselhaft

Hacker haben den belgischen Webmaschinenhersteller Picanol mit einem Cyberangriff lahmgelegt und fordern Lösegeld. Rund 1500 Mitarbeiter mussten wegen höherer Gewalt an den belgischen Standorten in Kurzarbeit geschickt werden, an der Brüsseler Börse wurde der Handel mit Picanol-Anteilen am Dienstagvormittag ausgesetzt. Auf die Forderungen der Erpresser ging das Unternehmen mit Sitz in Ypern zunächst nicht ein.

Picanol stellt Webmaschinen in Belgien, China und Rumänien her. Der Cyberangriff sei am Montagvormittag zunächst im chinesischen Firmenzweig bemerkt worden, schrieb die Zeitung „De Morgen“. Kurz darauf habe das IT-Team in Ypern festgestellt, dass der gesamte Betrieb mit weltweit 2300 Beschäftigten betroffen sei. „Ich arbeite schon 20 Jahre für diesen Betrieb, aber einen Angriff von diesem Kaliber habe ich noch nie erlebt“, sagte Firmensprecher Frederic Dryhol dem Blatt.

„Als wir eine kurze Nachricht mit der Forderung nach Lösegeld auf unserem Server fanden, wussten wir, dass es um einen Angriff mit Ransomware ging“, zitierte die Zeitung den Sprecher. Einen bestimmten Betrag hätten die Erpresser zunächst nicht genannt. Ransomware ist eine Software, die Hacker heimlich auf Computern und in Netzwerken installieren, um bestimmte Datensätze zu verschlüsseln. Die Erpresser versprechen, den Schlüssel gegen ein Lösegeld freizugeben.

Zahlung „keine Lösung des Problems“
Das Zentrum für Cybersicherheit Belgien (ZCB) rät von Lösegeldzahlungen in solchen Fällen ab, „vor allem, weil es keine Lösung des Problems garantiert“. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schaffe die Entschlüsselung auch neue Probleme oder die Datensätze gingen im schlimmsten Fall vollständig verloren, warnten die ZCB-Spezialisten.

„Opfer, die ein Lösegeld zahlten, haben erklärt, dass nach dieser ersten Zahlung ein höherer Betrag verlangt wurde“, berichtet das Zentrum, das als zentrale Behörde für Cybersicherheit in Belgien fungiert. In manchen Fällen seien die Opfer nach einiger Zeit auch mit der gleichen Ransomware angegriffen worden.

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