04.01.2020 13:51 |

Verwirrung um Angriff

Trump: „Ich will keinen Krieg mit dem Iran“

Einen Tag nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Kassem Soleimani sowie des Vizechefs der Volksmobilisationseinheiten - vom Iran unterstützte Schiiten-Milizen im Irak - herrscht nun Verwirrung um mutmaßliche weitere Angriffe der US-Armee auf eine proiranische Miliz im Irak. Die Luftschläge sollen laut dem irakischen Fernsehen in der Nacht auf Samstag in Bagdad erfolgt sein. Doch sowohl die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition als auch die angegebene schiitische Miliz widersprachen den Darstellungen. Die Tötung Soleimanis hatte am Freitag international Befürchtungen vor einer Gewalteskalation in der Golfregion hervorgerufen. US-Präsident Donald Trump betonte unterdessen, dass er keinen Krieg mit dem Iran wolle. Auch wolle die US-Regierung keinen Regimewechsel in Teheran herbeiführen.

Soleimani sei der weltweite „Terrorist Nummer 1“ gewesen, sagte Trump am Freitag in seiner ersten Ansprache zur Tötung des einflussreichen Generals. Der Kommandant der berüchtigten al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden habe „unmittelbar bevorstehende und finstere Angriffe auf US-Diplomaten und Militärangehörige“ geplant. „Wir haben ihn auf frischer Tat ertappt und ausgeschaltet“, sagte Trump.

Trump: „Herrschaft des Terrors ist nun vorbei“
Der Tod unschuldiger Menschen sei Soleimanis „kranke Leidenschaft“ gewesen, sagte der US-Präsident. Der General habe zu Terrorplänen an weit entfernten Orten wie „Neu Delhi und London“ beigetragen. 20 Jahre lang sei Soleimani zudem für „Terrortaten zur Destabilisierung des Nahen Ostens verantwortlich“ gewesen. Seine „Herrschaft des Terrors“ sei nun vorbei.

Das Video unten zeigt den Raketenangriff auf den General:

Iran: „Ein offensichtliches Beispiel für Staatsterrorismus“
Der Iran hat sich unterdessen in einem Brief an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Recht auf Selbstverteidigung vorbehalten. Die Tötung Soleimanis sei „ein offensichtliches Beispiel für Staatsterrorismus“ und eine eklatante Verletzung der Grundsätze des internationalen Rechts, schrieb der iranische UNO-Botschafter Majid Takht-Ravanchi. Gegenüber dem US-Sender CNN sagte er, die Tötung Soleimanis sei gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung an sein Land.

Irakischer Premier sieht „gefährliche Eskalation“
Der irakische Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi verurteilte die Tötung Soleimanis als Aggression auch gegen sein Land. Er sprach von einer „gefährlichen Eskalation, die die Lunte zu einem zerstörerischen Krieg im Irak, in der Region und in der ganzen Welt entzündet“.

USA verlegen zusätzlich Soldaten in Region
Wegen der neuen Spannungen verlegen die USA zusätzlich mehrere Tausend Soldaten in die Region. Sie würden angesichts der gestiegenen Bedrohungslage als „Vorsichtsmaßnahme“ in Iraks Nachbarland Kuwait stationiert, hieß es am Freitag aus dem US-Verteidigungsministerium. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge handelt es sich um bis zu 3500 Soldaten. Das Pentagon nannte zunächst keine genaue Zahl. Seit Mai hatten die USA rund 14.000 zusätzliche Truppen in den Nahen Osten geschickt.

US-Bürger zur Ausreise aus dem Irak aufgefordert
Schon wenige Stunden nach dem Angriff auf Soleimani hatte die US-Botschaft in Bagdad alle US-Bürger aufgerufen, den Irak umgehend zu verlassen.

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