25.12.2019 00:27 |

Christmette in Rom

Papst ruft zu selbstloser Mitmenschlichkeit auf

Papst Franziskus hat mit einem Festgottesdienst im Petersdom offiziell die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan eingeleitet. Tausende Gläubige begrüßten den Pontifex, als er zweieinhalb Stunden vor Mitternacht für die traditionelle Christmette in die Basilika einzog. Für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist es die siebente Weihnacht als Oberhaupt der katholischen Weltkirche.

Die Messe zur Erinnerung an die Geburt Christi vor 2000 Jahren wurde live in mehreren Ländern und im Internet übertragen. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Thema Dankbarkeit. Weihnachten erinnere die Gläubigen daran, dass Gott jeden Menschen bedingungslos liebe, dass jede Person für ihn kostbar sei. Weihnachten sei die richtige Zeit, um Danke zu sagen.

„Gott liebt auch den schlimmsten Menschen und kommt gratis“
„Weihnachten erinnert uns, dass Gott fortfährt, jeden Menschen zu lieben, auch den schlimmsten“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Heilige Vater, der die Christmette mit zahlreichen Kardinälen und Bischöfen zelebrierte, sagte den Tausenden Gläubigen, die Liebe Gottes befreie „vom Bösen“ und verbreite „Frieden und Freude. Während hier auf Erden alles der Logik des Gebens um des Habens willen zu folgen scheint, kommt Gott ,gratis‘.“

Franziskus betonte zugleich, dass es keine Entschuldigung gebe, die Liebe Gottes nicht anzunehmen. „Was auch immer falsch in unserem Leben läuft, was auch immer in der Kirche nicht gelingt (...), kann nicht länger als Entschuldigung dienen“, sagte er in Anspielung auf die zahlreichen Missbrauchsskandale, die die katholische Kirche seit Jahren erschüttern.

„Wir müssen von uns aus beginnen zu lieben. Das bedeutet, das Geschenk der Gnade anzunehmen“, sagte der Papst. „Die Kirche ändert sich, die Geschichte ändert sich, wenn wir beginnen, nicht die anderen, sondern uns selbst ändern zu wollen und aus unserem Leben ein Geschenk zu machen“, sagte der Heilige Vater.

Als Papst verkleideter Tourist griff Polizisten an
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat sich der Vatikan auf die Weihnachtsfeiern mit Papst Franziskus vorbereitet. Hunderte Soldaten und Polizisten sind an den Weihnachtstagen zum Schutz „sensibler Einrichtungen“ in der Ewigen Stadt eingesetzt. Alle Zugangsstraßen zum Vatikan, darunter die breite Via della Conciliazione, werden strengstens bewacht, die Kontrollen auf dem Petersplatz wurden verschärft. Nicht zu Unrecht, wie ein Vorfall am Tag vor dem Heiligen Abend zeigte: Ein als Papst verkleideter Tourist griff Polizisten an.

Am ersten Weihnachtsfeiertag verkündet Franziskus zu Mittag von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet dann den Segen „Urbi et Orbi“.

Weihnachtsfeier in Bethlehem
Auch im Heiligen Land wurde Weihnachten am Dienstag festlich begangen. Von Jerusalem fuhr ein Konvoi aus etwa 40 Fahrzeugen ins knapp zehn Kilometer entfernte Bethlehem im Westjordanland. Die Prozession wurde vom Leiter des katholischen Patriarchats im Heiligen Land, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, angeführt. Auf dem Krippenplatz in Bethlehem wurde die Prozession feierlich empfangen. 

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