23.12.2019 10:51 |

Oftmals verschoben

FPÖ präsentiert endlich ihren Historikerbericht

Er lässt bereits lange auf sich warten - der Historikerbericht der FPÖ, der die Geschichte und die „braunen Flecken“ der von früheren Nationalsozialisten mitbegründeten Partei beleuchten soll. Seit Mitte Oktober ist er angeblich fertig, noch vor Weihnachten sollte er präsentiert werden. Anfang Dezember bedauerte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker aber in einem Video, dass daraus wieder nichts werden dürfte. Am Sonntag haben die Freiheitlichen nun überraschend für Montag eine Pressekonferenz angekündigt, um den Bericht zu präsentieren.

Die Veröffentlichung des Historikerberichts zum Dritten Lager, der noch unter der Obmannschaft des mittlerweile von der FPÖ ausgeschlossenen Heinz-Christian Strache in Auftrag gegeben worden ist, war immer mehr zu einem peinlichen politischen Eiertanz der Freiheitlichen verkommen. Dass er nun - just einen Tag vor dem Heiligen Abend - präsentiert wird, überrascht - und vielleicht auch nicht: Möglicherweise hofft man seitens der FPÖ, dass der Weihnachtsfriede auch Journalisten und politische Gegner milder stimmt ...

Vorstellen will FPÖ-Generalsekretär Hafenecker den Bericht gemeinsam mit dem blauen Urgestein Andreas Mölzer, dem Koordinator der von der Partei eingesetzten Historikerkommission, und dem Historiker Thomas Grischany, einem Koautor des Berichts und früheren Kabinettsmitarbeiter von Ex-Vizekanzler Strache im FPÖ-Medienzentrum in Wien.

Präsentation immer wieder verschoben
Die FPÖ hatte die Präsentation im Lauf des Jahres immer wieder verschoben - zuletzt, weil laut Hafenecker eine dazu geplante Diskussionsveranstaltung nicht zustande gekommen war. „Es wäre wichtig, dass genau jene Persönlichkeiten, die diesen im Vorfeld massiv kritisiert haben, nun auch mit uns darüber diskutieren“, erklärte der FPÖ-Generalsekretär am 2. Dezember in einem auf Facebook und auf YouTube veröffentlichten Video (siehe unten).

Doch leider habe die geplante Diskussionsveranstaltung mit „namhaften Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik“ aufgrund „terminlicher Schwierigkeiten“ mancher Eingeladenen verschoben werden müssen, wie er bedauerte. Zu einer Diskussion eingeladen habe man etwa die ÖVP-Politiker Andreas Khol und Erhard Busek, Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW), „Falter“-Redakteurin Barbara Toth und den Historiker Oliver Rathkolb, so Hafenecker.

Massive Experten-Kritik an Rohbericht
Anfang August war ein sogenannter Rohbericht (Bild oben) vorgelegt worden., der von Expertenseite viel Kritik erntete. Viele Beobachter stellten damals eine ernsthafte Beschäftigung der FPÖ mit ihrer Vergangenheit infrage, Historiker orteten zudem wissenschaftliche Mängel. Einer der Autoren distanzierte sich sogar von dem Bericht, weil er befand, ein von ihm verfasster Beitrag sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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