18.12.2019 14:17 |

Sattes Minus

ÖGK startet mit Defizit von 175 Millionen Euro

Die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) startet gleich mit einem satten finanziellen Minus. Laut der am Dienstagabend im Überleitungsausschuss vorgelegten Vorschauberechnung wird für 2020 ein Defizit von knapp 175 Millionen Euro erwartet. Das entspricht rund 1,1 Prozent der Gesamtausgaben.

Die ÖGK-Vorschaurechnung für 2020 beruht auf den Ansätzen der neun Gebietskrankenkassen, die übernommen wurden und noch keine positiven Effekte der Fusion vorsehen, erklärte die ÖGK. „Der Rucksack, den die ÖGK übernimmt, ist enorm, aber wir werden aus der Stärke heraus die Chance nutzen, das Ruder herumzureißen“, sagte der Vorsitzende des künftigen Verwaltungsrates, Matthias Krenn.

Die neun Gebietskrankenkassen, die nun in der ÖGK aufgehen, hatten zuletzt bessere Ergebnisse erzielt, wenngleich die Tendenz auch schon nach unten ging. So haben alle Krankenkassen insgesamt im Jahr 2018 noch einen Überschuss von 111 Millionen Euro erzielt. Für 2019 wurde nach der letzten Prognose vom 15. November mit einem Defizit von 68 Millionen gerechnet.

Gesundheitsleistungen von fast 15,3 Milliarden vorgesehen
Für die rund 7,2 Millionen Versicherten der ÖGK sind für 2020 Gesundheitsleistungen von fast 15,3 Milliarden Euro vorgesehen. Größte Leistungsposition ist die Spitalsfinanzierung für stationäre Behandlungen mit fast 4,5 Milliarden Euro. Dem stehen rund elf Millionen Spitalstage bzw. 1,8 Millionen Spitalsaufenthalte für ÖGK-Versicherte gegenüber. Für „Ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen“ sind rund 3,9 Milliarden Euro veranschlagt. Enthalten sind hier neben den Honoraren für Vertragsärzte auch die verschiedenen Therapeutengruppen und vor allem die Spitalsambulanzen. Insgesamt werden hier rund 97 Millionen Kontakte bei Vertragsärzten und Ambulatorien, 1,7 Millionen Therapeutenbehandlungen und 14 Millionen Ambulanzbesuche finanziert.

Knapp mehr als drei Milliarden Euro sind für Medikamentenausgaben vorgesehen, was rund 88 Millionen Verordnungen entspricht. Weitere größere Leistungspositionen sind Zahnbehandlung und Zahnersatz (ca. 880 Millionen Euro) und das Krankengeld (ebenfalls knapp 880 Millionen Euro). Für Gesundheitsförderung und Vorsorge sind gut 200 Millionen Euro geplant. Der Verwaltungsaufwand wird, wie schon bei den Gebietskrankenkassen, bei sehr niedrigen 2,1 Prozent der Gesamtausgaben liegen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 03. April 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.