02.12.2019 11:31 |

Gerhard Struber

„England war mein Fußball-Traumland“

Vom Europacup mit dem WAC in den Abstiegskampf der zweiten Liga Englands: Die „Krone“ besuchte Gerhard Struber in Barnsley und sprach mit Salzburgs derzeit erfolgreichstem Trainer über seine Wechselgründe.

Die glorreichen Zeiten des FC Barnsley sind lange her. 1912 gewannen die Ballesterer der 73.000-Einwohner-Stadt, die zwischen Leeds und Sheffield situiert ist, den legendären FA-Cup. In der Premier League, Englands höchster Spielklasse, durften die „Tykes“ („Köter“) überhaupt erst eine Saison mitwirken.

Nach dem Aufstieg 1997 ging es im Folgejahr wieder nach unten. Seither ist Barnsley ein Fahrstuhlklub, pendelt zwischen zweiter und dritter Liga. Ein Salzburger soll das ändern.

Gerhard Struber wurde im November als Cheftrainer verpflichtet, tauchte damit in eine völlig neue Welt ein. Sein neuer Arbeitgeber hatte gerade mal einen Saisonsieg in der Championship (2. Liga) auf der Habenseite. Am Wochenende gelang beim Heimdebüt des Kuchlers der zweite, wurde Aufstiegsaspirant Hull 3:1 bezwungen.

Struber: „Die Leute sagen, dass ich mit Geld zugeschüttet wurde“

Und dennoch ist für Struber klar: „Es wird eine Mammutaufgabe, die Liga zu halten.“ Das liegt vor allem an der Übermacht der Konkurrenz. „Die individuelle Klasse aller anderen Teams ist über unsere zu stellen“, stellt der 42-Jährige fest. In der Wintertransferphase darf er auf Shopping-Tour gehen. Vier Neuzugänge sollen es mindestens werden.

Doch warum tut er es sich an, Europacupstarter WAC für den Abstiegsfight in Englands zweiter Liga zu verlassen? „Die Leute sagen zu mir, dass ich mit Geld zugeschüttet werde“, berichtet Struber, ergänzt offen: „Keine Frage, man verdient dort ein Vielfaches. Geld macht einiges leichter, sorgt nachhaltig aber nicht für Zufriedenheit.“

Dafür konnte er sich einen Lebenswunsch erfüllen: „England war immer mein Fußball-Traumland. Mir war wichtig, eine Aufgabe zu haben, wo ich aus meiner Komfortzone raus muss.“ Der Kuchler ist davon überzeugt, dass er sich nicht nur sprachlich, sondern auch fachlich weiterbilden kann.

Ziel: Mit Barnsley in der Championship bleiben

Außerdem hat er wenig zu verlieren, übernahm er doch das abgeschlagene Schlusslicht. Gelingt ihm der Klassenerhalt, würde das sein Renommee stärken. „Ich will in der Liga bleiben, damit könnte ich mich am Markt positionieren.“

Vor allem am englischen, der mit dem heimischen nicht zu vergleichen ist. „Es war besonders, dass trotz 17 sieglosen Spielen in Folge so viele Fans kamen, auch nie geschimpft wurde“, staunte Struber über 13.598 Fans im Oakwell Stadium, die dem Saisonschnitt entsprachen. Von einem solchen kann selbst Meister Salzburg nur träumen.

„Das gibt’s bei uns nur bei Rapid - aber da hast du nach 17 sieglosen Spielen ganz andere Themen“, grinste Struber. Der richtig auf seine Aufgabe brennt. „Das ist sicher ein Traum, der für mich wahr wird“, erklärt er. Und hofft, den FC Barnsley in eine glorreichere Zukunft führen zu können.

Christoph Nister
Christoph Nister
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