18.11.2019 19:23 |

Große Schäden

Schlammlawine riss Gleise der Murtalbahn weg

Bestürzte Gesichter und viele Tränen! Noch am Sonntagabend wurde die Gemeinde Stadl-Predlitz (Bezirk Murau) zum Katastrophengebiet erklärt, Montagfrüh wurden dann die teils verheerenden Schäden bei Tageslicht erst so richtig sichtbar. Mehrere Muren gingen ab und trafen Einfamilienhäuser, einige Keller, aber auch ein Wohngeschoß standen unter Wasser. Richtig Glück hatten die Fahrgäste einer Garnitur der Murtalbahn, die zehn Minuten vor einem massiven Erdrutsch durchfuhr.

Tonnen an Schlamm und Geröll haben sich innerhalb von 24 Stunden von den Hängen gelöst. Bis in die Nachtstunden mussten etwa 50 Menschen evakuiert werden. Aufatmen dann am Montagnachmittag: Sie durften nach den Hangbesichtigungen durch Geologen wieder zurück in ihre Wohnhäuser.

Einige Durchreisende, die aufgrund der Straßensperren hängenblieben, nahmen die mehrstündige Zwangspause locker und wurden vorübergehend in einem Seniorenheim des Arbeiter-Samariterbundes in Stadl untergebracht. Zwei Holzarbeiter aus Mariazell, die mit einem Bus unterwegs waren, meinten etwa, dass sie oft in Tirol arbeiten würden und daher immer wieder feststecken. Mehr Sorgen hatte da schon Maler aus Wien, der sogar um seinen Job bangte.

Tausend Tonnen Gleise einfach umgedreht
Mehrere Schutzengel hatten die Fahrgäste eines Zuges der Murtalbahn: Zehn Minuten, bevor ein großer Erdrutsch auf die Gleise niederging und diese auf einer Länge von mehreren hundert Metern aus der Verankerung riss, fuhr er an dieser Stelle vorbei. Rund tausend Tonnen Gleise der Bahn hat es durch die Vermurungen einfach umgedreht.

Aber wie bei allen Vorfällen in der Steiermark gab es glücklicherweise keine Verletzten. Einige Straßen wie die B 95, die B 97 (zwischen Einach und Predlitz) und die L 511 werden aber noch einige Tage gesperrt bleiben.

Hochwassergefahr an der Mur
Angespannt ist die Lage auch nahe der Mur: In Zeltweg und St. Georgen ob Judenburg lag der Fluss am Montagnachmittag im roten Warnbereich, die Überflutungsflächen waren ausgelastet. Aber auch in der Landeshauptstadt Graz war der Wasserstand der Mur ein Thema, binnen 48 Stunden stieg er auf über fünf Meter hinauf. Die Sperren am Flussufer mussten ausgeweitet werden (nicht nur die Promenade, auch Radunterführungen und der Gasrohrsteg sind betroffen).

Die Landesspitze um Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), seinem Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) und Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und dankte den Einsatzkräften. Auch einige Landwirte halfen mit privaten Maschinen bei der Beseitigung der Geröllmassen auf den Straßen.

Gab es am Montag bereits ein wenig Entspannung am Himmel, so sollte auch ab Dienstag der Niederschlag in der Steiermark für keine gröberen Probleme sorgen. Ab Mittwoch sollte es dann überhaupt für einige Zeit niederschlagsfrei bleiben, am Donnerstag und Freitag kann sich überall im Land die Sonne zeigen.

Kevin Geissler und Alexander Petritsch, Kronen Zeitung

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