03.11.2019 15:13 |

Qualvoller Tod

„Kamikaze-Tauben“ vergiften Kärntner Greifvögel

Bereits seit längerer Zeit ermittelt die Vogelschutz-Organisation BirdLife gegen eine Tätergruppe, die es auf Greifvögel abgesehen hat. Dabei werden „Kamikaze-Tauben“ - mit Gift bestrichene und gefärbte Zuchttauben - als Köder eingesetzt, die eine leichte Beute für Falken und Co. sind. Nun gelang es der Organisation gemeinsam mit der Polizei, einen Giftanschlag in Kärnten nachzuweisen.

„Aufgrund des Fundes einer vergifteten Zuchttaube in Klagenfurt erstattete BirdLife Österreich am 23. April 2019 Anzeige. Bei näherer Betrachtung der Taube wies diese mehrere fehlende Schwingfedern sowie violett eingefärbte Federn und Biss- und Griffmarken im Nackenbereich auf“, heißt es seitens der Polizei.

Die Taube war zudem beringt und konnte schließlich nach umfassenden Ermittlungsarbeiten einem 58-jährigen Mann aus dem Bezirk Villach zugewiesen werden. Ein Polizist: „Er züchtet Brieftauben, zeigte sich aber nicht geständig. Er wird angezeigt.“

Toxikologisches Gutachten zeigt verbotenes Gift
Die Taube wurde damals von einem Falkner gefunden und BirdLife übergeben. Die Organisation forderte an der VetMed Wien ein toxikologisches Gutachten der Taube an. Dieses ergab, dass die Zuchttaube mit dem bereits seit 2007 in der EU verbotenem Wirkstoff Carbofuran im Nackenbereich bestrichen worden war. Zudem waren dem Tier mehrere Schwungfedern ausgerissen worden.

Die Todesursache der Taube war ein Nackenbiss durch einen Greifvogel. Carbofuran wird seit mehreren Jahren vermehrt für Giftanschläge auf Greifvögel angewendet. Die Tauben selbst nehmen das Gift über die Haut nicht auf.

Qualvoller Tod der Tiere
„Aufgrund des durch die ausgerissenen Federn gestörten Flugverhaltens und der zusätzlichen Färbung wird der Jagdfokus von Greifvögeln rasch auf diese Tauben gelenkt, welche sie in weiterer Folge mit einem Nackenbiss töten“, erklärt Andreas Kleewein von BirdLife Kärnten: „Durch den Nackenbiss und die damit verbundene Aufnahme des Giftes über die Schleimhaut verstirbt der Vogel kurze Zeit später qualvoll an den Folgen. Sein Kadaver kann das Gift aber auch an Aasfresser und Hunde übertragen!“

Es steht zu befürchten, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich deutlich höher liegt. Weitere Ermittlungen laufen.

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