26.10.2019 11:53 |

Brief an „Krone“-Leser

Klaus Herrmann: Was ist österreichisch?

Was ist österreichisch? Das darf, das muss man sich gerade an unserem Nationalfeiertag fragen.

Ist es österreichisch, monatelang über eine Regierung zu verhandeln? Nein, ist es nicht. In Deutschland dauerte es zuletzt fast ein halbes Jahr. Aber in Gesprächen und Verhandlungen schnell zum Punkt zu kommen - das ist sicher auch nicht österreichisch.

Ist es österreichisch, mit einer Regierung aus hochrangigen Beamten weitgehend zufrieden zu sein?

Es passt zu dem, was wir heute feiern - zur (immerwährenden) Neutralität, die vor 64 Jahren beschlossen wurde, wie es uns Polit-Professor Peter Filzmaier in seiner Feiertags-Analyse erklärt. Auch wenn sich diese Neutralität zuletzt politisch etwas überlebt hat: Das Prinzip haben wir tief verinnerlicht. Auf den Punkt bringt es auch Leserbriefschreiber Mag. Bürger, der formuliert, was sicher sehr viele Landsleute denken: „Wir Österreicher müssen nicht überall ,mitlaufen‘ und unseren ,Kren‘ dazugeben.“ Ja, mit Zurückhaltung, manchmal mit Wegducken ist unser Land politisch gut gefahren. Und, diese Erfahrung haben viele Menschen gemacht: Mit dieser Haltung kommen sie gut durchs Leben.

Die Expertenregierung wirkt als ideale Verkörperung dieses Heraushaltens, sie arbeitet ordentlich und unaufgeregt. Und das gefällt vielen. Das ist wahrscheinlich österreichisch! Einen schönen Feiertag.

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