12.10.2019 06:00 |

SPÖ hat es schwer

„Erneuerungsprozess“? Kaum Licht im roten Tunnel

Die SPÖ versucht, aus der Abwärtsspirale herauszukommen, doch die Partei macht es sich selbst nicht leicht. Im Vorfeld der gestrigen Präsidiumssitzung diskutierten die Roten wieder einmal über Nebenschauplätze, etwa darüber, wer welches Fahrzeug haben dürfe. Und auch die Personaldebatte verstummt nicht.

„Ich finde gut, dass die (Ex-)Kollegen jetzt die eingeforderte ,radikale‘ Analyse vornehmen, wenngleich ich die Idee, private Oldtimer-Fahrten wären das Hauptproblem, nicht teile“, schrieb Ex-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda auf Twitter. Er hatte als Einziger nach dem Wahldebakel seine Konsequenzen gezogen und war zurückgetreten.

Dann haben wohl sogenannte Parteifreunde Fotos von Drozda in dessen altem Porsche verbreitet. Im Gespräch mit der „Krone“ ergänzt Drozda nun: „Ich bin nicht so katholisch, dass ich nach der linken auch noch die rechte Wange hinhalte. Außerdem: Ein erhobener Zeigefinger macht kein positives Bild.“

Viele Schlagwörter im roten Präsidium
Beim gestrigen Parteipräsidium waren von der roten Spitze zum wiederholten Mal viele Schlagwörter zu hören, etwa Erneuerung, Neuaufstellung oder Bewegung in die Bewegung bringen. Sowohl Wiens Bürgermeister Michael Ludwig als auch Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer stellten zwar eine Personaldebatte in Abrede, um dann aber gleich anzufügen, dass eine solche am Ende des Prozesses stehen könne.

Parteichefin Pamela Rendi-Wagner verkündete schließlich am Nachmittag den „Startschuss für den Erneuerungsprozess“, der allerdings ziemlich vage blieb. Die Stichworte lauten: Öffnung nach außen, Zukunftslabors, zielgruppenspezifische Vorschläge für Zukunftsprojekte. Einmal mehr hielten die Roten auch fest, dass die Themen im Wahlkampf sehr wohl die richtigen gewesen seien. Im Frühjahr soll es eine große Mitgliederbefragung geben, im April findet ein Zukunftskongress statt.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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