Verdächtiger leugnet

Attacke mit Stanleymesser: Schnitte von Ohr zu Ohr

Ein 42-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden in Oberösterreich soll am Mittwoch seine von ihm getrennte Frau mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben. Der Mann stellte sich danach selbst. Bei seiner Einvernahme bestritt er aber die Tat. Er behauptet vielmehr, die Frau habe das Messer dabeigehabt. Er habe sich nur verteidigt. Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt wegen Mordversuchs. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen, unter anderem tiefe Schnittwunden, die am Hals von Ohr zu Ohr reichen.

Gegen 9 Uhr soll der 42-Jährige im Stadtgebiet von Gmunden auf seine Ex-Partnerin getroffen sein und sie mit einem Tapeten- oder Teppichmesser attackiert haben. Die Frau erlitt vier tiefe Schnittverletzungen am Hals, die bis zu fünf Zentimeter auseinanderklafften und 80 Prozent des Halses betreffen, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels, Silke Enzlmüller. Die Schnitte würden von Ohr zu Ohr reichen, berichtete sie. Glücklicherweise sei aber kein wichtiges Blutgefäß betroffen, sodass trotz der schweren Verletzungen zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr bestanden habe.

Lange schwelender Streit
Das Opfer wurde noch am Mittwoch notoperiert und sei vorerst nicht vernehmungsfähig, sagte Enzlmüller. Sobald es möglich ist, wollen die Kriminalisten mit der 35-Jährigen, die seit Jahresbeginn vom mutmaßlichen Täter getrennt war, reden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Hintergrund der Tat in einem seit Langen schwelenden Streit zwischen den Ex-Partnern liegt.

Verdächtiger spricht von Notwehr
Der Mann rief nach der Tat einen Polizeibeamten an und gestand die Tat. Dann stellte er sich selbst und ließ sich festnehmen. Bei seiner Einvernahme leugnete er dann aber, der Frau die Messerstiche versetzt zu haben. Er will sich nur gewehrt haben. Laut seiner Version habe die Frau das Messer mitgehabt und müsse sich selbst verletzt haben, als sie gemeinsam eine Böschung hinuntergekugelt seien. Möglich sei höchstens, dass er sie durch Abwehrhandlungen verletzt habe.

Zeuge: „Schleich dich!“
Zwei Zeugen haben laut Enzlmüller die Tat beobachtet. Demnach sei der Mann der Frau nachgelaufen, habe sie erfasst und die beiden seien dann über eine Böschung „gestürzt, gelaufen oder gerollt“. Ein Zeuge, dem klar war, dass es sich nicht um eine harmlose Balgerei handelte, schrie: „Schleich dich!“, worauf der 42-Jährige die Flucht ergriff. Als die beiden Beobachter zu der Frau kamen, lag diese blutüberströmt am Boden. Wie es genau zu den schweren Verletzungen gekommen ist, könnten sie aber nicht sagen, sagte Enzlmüller. Eine Entscheidung über die Untersuchungshaft stand am Mittwoch noch aus.

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