Aufregung in JA Asten

OÖ-Häftling auf Wunsch in Wiener Spital kutschiert

Darf sich der Insasse einer Justizanstalt aussuchen, welcher Arzt ihn behandelt? Wenn man einen Vorfall in der Forensik-Justizanstalt Asten in Oberösterreich betrachtet, scheint es so. Da wollte sich ein Häftling nicht im Linzer Uniklinikum versorgen lassen, ging auf „Revers“ und wurde nach Wien kutschiert. Es hagelt wieder Kritik und Häme.

Das Forensische Zentrum, das seit heuer eine eigenständige Justizanstalt ist, kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Bis Mitte Juli wurden 28 strafbare Handlungen unter Insassen und 16 gegen Justizwachebeamte bekannt, auch wurde bei einem Insassen - es handelt sich um geistig abnorme Straftäter, die zur Zeit der Tatbegehung nicht zurechnungsfähig waren - Kinderpornos gefunden.

Nach Wien zum Arzt gebracht
Und jetzt die nächste Aufregung: Einer der untergebrachten Straftäter wurde zur Behandlung in die Linzer Uniklinik gebracht, verweigerte dort aber die Behandlung und unterschrieb einen Revers. Dann bat er bei der Anstaltsleitung, nach Wien zu einem „Wahlarzt“ gebracht zu werden. Und der interimistische Anstaltsleiter Martin Kitzberger soll dies - ohne vorgeschriebene Rücksprache mit der Chefärztin - genehmigt haben.

Sicherheitsexperte für umstrittenen Leiter
Jetzt hagelt es Kritik. Im Justizministerium ist man informiert, spricht von „sicherheitsrelevanten Entscheidungen“. Ein externer Mediator soll sich um einen Streit zwischen dem umstrittenen Leiter und Wachebeamten kümmern. Inzwischen muss sich Kitzberger - der wegen der Vorfälle einen Sicherheitsexperten zur Seite gestellt bekommen hat - um seinen eigenen Posten neu bewerben. Denn die Stellen des Anstaltsleiters, seines Stellvertreters und des ärztlichen Leiters wurden zur Neubesetzung ausgeschrieben.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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