30.09.2019 10:02 |

Canyoning

Sicher durch Fels und kaltes Wasser

Die Kraft des Wassers spüren, in engen Schluchten, geformt von den Kräften der Natur. Canyoning fasziniert weltweit, und eine der wohl besten Ausbildungen dafür gibt es bei uns in Kärnten.

Canyoning ist für den Lesachtaler Bergführer Peter „Pedro“ Unterluggauer eine der eindrucksvollsten Outdoorsportarten überhaupt. „Man bleibt nie stehen, ist ständig in Bewegung und umgeben von Fels und Wasser.“

Pedro ist Obmann des Kärntner Schluchtenführervereines, der seit 2001 gesetzlich auch für die Ausbildung der Canyoning-Guides verantwortlich ist. Und die Ausbildung auf allerhöchstem Niveau ist international anerkannt und begehrt .

„Zwischen zehn und 20 neue Führer werden seither alljährlich in Kärnten ausgebildet“, ergänzt der bekannte Profi-Bergführer und Ausbildungsleiter Reinhard „Ragno“ Ranner. Allein heuer haben sich Kandidaten aus Ländern wie Schottland, Belgien, England, Deutschland, Italien, Holland sowie Südafrika zum Kurs angemeldet. Doch die Ausbildung verlangt von den künftigen Canyon-Guides einiges, da diese eine Berufsausbildung darstellt, mit der sie weltweit zahlende Kunden durch Schluchten führen können.

Besonders großen Wert legen Pedro, Ragno sowie der Maltataler Bergführer und Canyoning-Ausbildner Franz Karger auf die Sicherheit.

Auch die Seiltechnik ist ganz eine andere als beim Bergsteigen. „Beim Canyoning darf man mit dem Seil nie hängen bleiben, denn bleibt man hängen, kann es tödlich enden“, erklärt der erfahrene Lesachtaler Bergführer. „Ist man im Wildwasser unterwegs, muss man jederzeit die Seile und Knoten lösen können, damit man auch wirklich sicher in den Schluchten unterwegs ist.“

Denn beim Canyoning geht es springend, rutschend, kletternd und schwimmend durch oft auch stark wasserführende Schluchten. „Das ist auch das Besondere. Beim Canyoning bewegt man sich durch eine Welt von Felsformationen, gewaltiger Farbenpracht und tosendem Wasser, die von außen oft unsichtbar ist. In Gegenden also, in die man sonst oft gar nicht so einfach kommen kann.“

Der 25-jährige Belgier Karel ist jedenfalls fasziniert von dieser unwirtlichen Landschaft aus Wasser und Fels. Nach dem einwöchigen Frühjahrskurs absolvierte er in der Lesachtaler Millnatzenklamm erfolgreich den Rettungskurs. Karger: „Eine hohe Qualifikation der Kursteilnehmer ist das Um und Auf, da man in einem Gelände unterwegs ist, das kalt, rutschig, felsig und laut ist.“ Die Seil- und Rettungstechniken beim Canyoning sind aus Unfällen hervorgegangen. „Man hat sich angesehen, warum der Vorfall passiert ist und wie man ihn verhindern hätte können“, so Unterluggauer, der wie Ragno und Franz auch immer selbst Touren in Canyons in Kärnten, Osttirol, Italien oder Slowenien führt. „In Kärnten haben wir ideale Einstiegstouren, etwa durch die wilde Vorderberger Klamm oder die Gössschlucht. Wunderschöne Touren gibt es auch im benachbarten Italien. Deshalb findet der Abschlusskurs der heurigen Canyoningführer-Ausbildung auch am Gardasee statt, wo unsere Kandidaten zeigen müssen, was sie alles bei uns gelernt haben, um später mit ihren Kunden sicher in den Schluchten unterwegs zu sein.“

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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