Ferrari immer stärker

Alarm bei Mercedes: „So blöd kann man nicht sein!“

Formel 1
23.09.2019 15:13
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Ferrari lief Mercedes mit drei Siegen in Serie in der Formel 1 den Rang ab! An eine Wende im Titelkampf glaubt Teamchef Toto Wolff aber nicht. Dennoch schrillen bei den Silberpfeilen die Alarmglocken: „So blöd kann man nicht sein!“

Ferraris Boxenstrategie, mit der man Sebastian Vettel vorbei an Charles Leclerc führte und zum Sieg verhalf, wird wohl zumindest noch bis Sotschi am kommenden Sonntag heiß diskutiert werden.

Auch wenn sich Teamchef Mattia Binotto nach dem ersten Doppelsieg der „Roten“ in Singapur überhaupt sehr gelassen gibt. „Wir haben unterschätzt, wie groß der Vorteil des Undercuts sein könnte. Wir reden hier von 3,9 Sekunden. Das hatten wir nie erwartet“, so der Italiener. „Danach haben wir kurz über einen Platztausch nachgedacht, uns aber dagegen entschieden. Wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Ob nach drei Siegen in Serie Titelträume wieder erwachen? Binotto winkt ab: „Wir fahren hier nicht um die Ehre mit. Wir wollen jedes Rennen gewinnen, ohne auf die Meisterschaft zu schauen, vielmehr um uns optimal für die nächste Saison vorzubereiten“, so der Teamchef, der zudem meinte: „Ich denke, dass wir auf den kommenden Strecken noch konkurrenzfähiger sind.“

Alarmglocken schrillen
Das lässt beim Branchenprimus Mercedes die Alarmglocken leise schrillen. „Du musst jetzt schauen, dass du nicht die Dynamik brichst. Das Pendel kann schnell in die andere Richtung gehen“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Wir dürfen uns jetzt auch nicht verrückt machen lassen. Hamilton hat in der Meisterschaft 96 Punkte Vorsprung, das sind vier Rennsiege. Und so blöd kann man nicht sein, dass man diesen Vorsprung noch vergeigt.“

Nach einer kurzen Denkpause fügt der Wiener aber hinzu: „Aber man muss bescheiden bleiben, denn du kannst es vergeigen. Die drei Watschen sind sicher charakterbildend, weil es besteht immer die Gefahr gibt, dass du einmal Siege für selbstverständlich nimmst. Das sind sie aber nicht.“

Bereits am Sonntag treffen einander Hamilton, Leclerc, Verstappen und Vettel in Sotschi. Für Wolff steht fest: „Jetzt’s reicht’s mit den Niederlagen!“

Richard Köck/Singapur, Kronen Zeitung

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