20.09.2019 22:29 |

Hinter den Kulissen

Beim Schminken kamen die Koalitionen zusammen

Während die einen in der Maske über - unwahrscheinliche - Koalitionen plauderten, sorgten sich andere um ihre Outfits: Kalt ließ die große „Krone“-Elefantenrunde keinen.

„Ein bisserl wie ein Formel-1-Rennen“ sei der TV-Auftritt, sagt Beate Meinl-Reisinger (NEOS): „Die Leute warten darauf, dass es wen aus der Kurve haut.“ Zumindest bis zur Ankunft zur großen „Krone“-Elefantenrunde gut eine Woche vor der Wahl blieben die Politiker aber sicher auf Kurs: Mit dem Taxi trafen die meisten wohlbehalten ein. Peter Pilz (Liste JETZT) wählte klimafreundlich die elektrische Variante und versprach Spannung: „Ich habe keine vorgefertigten Botschaften, ich bin nicht wie ein Plattenspieler.“ Selbstkritisch im letzten Abschnitt des Intensivwahlkampfs gab sich Grünen-Chef Werner Kogler - zumindest äußerlich: „Jetzt krieg ich Make-up. Drei Millimeter.“

„Jetzt ist es aber doch wieder der Hofer“
Inhaltlich war für Kogler von Beginn an die Brisanz der Einladung klar: „Die Ibiza-Koalition (Anmerkung: ÖVP-FPÖ) hat die Unabhängigkeit der ,Krone‘ infrage gestellt.“ Der grüne Spitzenkandidat hatte auf ein Duell mit Ex-Innenminister Herbert Kickl gehofft: „Jetzt ist es aber doch wieder der Hofer“, so Kogler enttäuscht.

Trotz räumlicher Nähe zwischen Grün und Rot waren Koalitionsgespräche während des Schminkens kein Thema: „Schön wär’s!“ Und: „Wenn wir nur so weit wären“, schwang bei Kogler und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner Wehmut mit.

Ein Wasserfleck auf der Bluse macht ein neues Outfit notwendig
Entspannt ist das Gespräch zwischen den Ex-Koalitionspartnern Sebastian Kurz (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ) - sie plaudern gemütlich über den Wahlkampf. Die SPÖ-Chefin bekommt im Gegensatz gerade einmal einen „warmen Händedruck“ vom ÖVP-Chef. Entspannte Gesprächsbasis: Fehlanzeige. Möglich aber, dass Pamela Rendi-Wagner anderes im Kopf hat: Ein Wasserfleck auf der beigen Bluse macht ein neues Outfit notwendig.

Es wird stattdessen ein weißes Oberteil - Werner Kogler setzt hingegen erneut auf ein blaues Hemd. Ein überraschender politischer Hinweis? Nein. „Den Tipp hat mir meine Freundin gegeben. Ich hab gehört, Blau ist die Farbe der Arbeiter“, so der Grüne. Aber nur ein dunkles Blau: „Hellblaue Hemden sind nicht vorteilhaft für meine Figur.“

Während die Kandidaten vor dem Publikum laut um Stimmen kämpfen, ist hinter der Bühne Flüstern angesagt: Angespannt hoffen die Begleiter, dass ihre Chefs die Österreicher so kurz vor der Wahl von sich überzeugen.

Christian Rosenzopf und Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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