19.09.2019 10:57 |

Weltraum-Drama

„Ad Astra“: Mit Brad Pitt ins Herz der Finsternis

„Apocalypse Now“ in den unendlichen Tiefen des Weltalls: So könnte man „Ad Astra - Zu den Sternen“ (Kinostart: 20.9.) auch beschreiben. In dem Science-Fiction-Epos reist Brad Pitt unter der Regie von James Gray („Die versunkene Stadt Z“) als Astronaut Roy McBride an den äußersten Rand des Sonnensystems - um seinen vermissten Vater zu finden und ein Rätsel zu lösen, dass das Überleben auf unserem Planeten bedroht. Eine hervorragende Pitt-Darbietung in einer visuell beeindruckenden Reise zu den Sternen, die zugleich eine Meditation über Männerbilder und die menschliche Existenz ist.

Der Film beginnt mit einem Sturz - einem der wohl spektakulärsten Stürze der jüngeren Filmgeschichte. Raumfahrt-Ingenieur Roy McBride (Brad Pitt) ist bei der Arbeit zu sehen. Sein Arbeitsplatz: eine riesige Antenne, die zehn Kilometer in den Himmel ragt. Eine Explosion, verursacht durch ein seltsames Wetterphänomen, zerreißt die trügerische Idylle und McBride stürzt in die Tiefe, entrinnt nur knapp dem Tod. Doch selbst in dieser Situation geht sein Puls nie schneller als 80 Schläge pro Minute.

Es ist diese Explosion, die auch den Vater des Astronauten plötzlich und mit Gewalt wieder in das Leben McBrides treten lässt. Sein Vater (Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones) brach vor 20 Jahren zu einer Mission zum Neptun auf, um dort nach intelligentem, außerirdischem Leben zu suchen. Jetzt soll ausgerechnet der Astronaut, von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt, klären, warum sein Vater nie den Weg zur Erde zurückgefunden hat und ob er tatsächlich auf außerirdisches Leben stieß.

Abenteuerliche Reise an den Rand des Sonnensystems
Es beginnt eine abenteuerliche Reise an den Rand des Sonnensystems. Der Weg zu seinem Vater führt McBride zum Mond, wo es in der nahen Zukunft nicht nur ein sehr irdisches Einkaufszentrum inklusive DHL-Filiale sondern auch gefährliche Mondpiraten gibt - mit denen sich der Astronaut ein spektakulär inszeniertes Rennen mit Mondfahrzeugen liefern muss. Weiter geht es dann zum Mars, wo McBride ein schlimmes Geheimnis über seinen Vater erfährt und eine schwere Entscheidung treffen muss. Denn seine Vorgesetzten wollen ihn von seinem Einsatz abziehen.

In der letzten Etappe zum Neptun muss sich der Weltraum-Reisende monatelang allein durchschlagen und sich dabei seinen inneren Dämonen stellen, bevor es zum unvermeidlichen Wiedersehen mit seinem Vater kommt. In den schrecklich-schön gezeigten Tiefen des Weltalls sinniert McBride über sein Selbstbild, Männerbilder und seine lebenslange Unfähigkeit, sich seiner Liebe zu öffnen.

Herz der Finsternis folgt dem Leuchten der Sterne
Mit den Science-Fiction-Filmen der letzten Jahre, etwa Christopher Nolans „Interstellar“ oder „Arrival“ von Denis Villeneuve, kann sich das Epos von Regisseur James Gray auf jeden Fall messen. „Ad Astra - Zu den Sternen“ erinnert an „2001: Odyssee im Weltraum“, aber auch an ein weiteres Meisterwerk: „Apocalypse Now“. Nur dass die Reise ins Herz der Finsternis in „Ad Astra“ keinem Flusslauf folgt, sondern dem Leuchten der Sterne.

Brad Pitt liefert mit Sicherheit eine seiner besten Leistungen seit Langem. Für seine minimalistische Darbietung des introvertierten Weltraum-Soldaten Roy McBride wird er zurecht bereits als möglicher Oscar-Kandidat gehandelt. Neben Hauptdarsteller Pitt sind in „Ad Astra“ Tommy Lee Jones („No Country for Old Men“), Donald Sutherland („Die Tribute von Panem“) und Ruth Negga („Preacher“) dabei. Regisseur James Gray holte sich für sein Science-Fiction-Epos Kameramann Hoyte van Hoytema, der schon für Nolans „Interstellar“ das Weltall in eindrucksvollen Bildern auf die große Leinwand zauberte.

Kinostart „Ad Astra - Zu den Sternen“: 20. September!

Harald Dragan
Harald Dragan
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