17.09.2019 15:01 |

Gerichte befasst

Buslenker verprügelt und dann vor die Tür gesetzt

Das Leben spielt manchmal seltsame Stücke: Ein Buslenker (49) aus Wien-Penzing wird von einem Kollegen (!) an der Haltestelle brutal niedergeschlagen. Und die ÖBB/Postbus setzen nicht nur den Täter, sondern gleich auch das Prügelopfer vor die Tür. Allerdings zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht Wien nun feststellt.

13 Jahre lang war der 49-Jährige auf diversen Buslinien im Westen Wiens und in Niederösterreich tätig. Bis 2017 der folgenschwere Vorfall passiert. Bei einer kurzen Pause an der Station Purkersdorf gerät Herr B. mit einem Lenkerkollegen in Streit über die Lagerung von Reinigungsmaterial im Fahrzeug. Auf unschöne Worte flogen die Fäuste. B. geht zu Boden. Der Angreifer kniet auf seinem Opfer und schlägt mit der Hand gegen dessen Kehlkopf. Erst dann lässt er von B. ab.

Obwohl die körperliche Gewalt laut Gericht alleine vom Täter ausgeht, „fliegt“ auch der Attackierte raus. B. glaubt, den wahren Grund dafür zu wissen: „Ich habe meine Vorgesetzten öfters auf Probleme im Fahrbetrieb aufmerksam gemacht.“ Doch diese hätten nichts davon hören wollen.

Geld gerichtlich einklagen
Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, aber selbst wenn Postbus in die nächste Instanz geht, ist die Entlassung bis zu einem neuen Urteil unzulässig. Die ÖBB müssen Herrn B. daher eineinhalb Jahre Lohn nachzahlen und ein monatliches Gehalt überweisen. Nur ein kleiner Teilbetrag ist bisher eingelangt. „Ich gebe dem Konzern noch eine kurze Frist. Dann klage ich das Geld gerichtlich ein“, so Opferanwalt Johannes Bügler.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien Wetter

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen