14.09.2019 11:30 |

30.700 Unfälle

Zu Hause lauert mehr Gefahr als im Verkehr

Stolpern, ausrutschen, stürzen: Rund 50 Prozent aller Unfälle im Haushalt-Freizeitbereich passieren aufgrund winziger Unachtsamkeiten – mit oftmals schlimmen Folgen. Der „Verein Sicheres Tirol“ machte mit einer großangelegten Studie erstmals auf die Brisanz der steigenden Unfallzahlen aufmerksam und präsentierte neben jeder Menge Zahlen auch Maßnahmen.

Sie sind klein, tückisch, unscheinbar – und können viel Leid verursachen: Haushaltsunfälle. Von der Leiter gestolpert, in der Dusche ausgerutscht, beim Kochen verbrannt, alleine in Innsbruck rückte das Rote Kreuz im Vorjahr 2460 Mal zu Haushaltsunfällen aus. „81 Unfälle davon waren so gravierend, dass ein Notarzt gebraucht wurde“, schildert Alexandra Tanda, Innsbrucks Rot-Kreuz-Chefin.

Rund 80 Todesfälle pro auf Tirols Bergen
Während sich Unfälle dieser Art in ganz Österreich ereignen, gibt es in Tirol aber, wenig überraschend, einen besonders hohen Anteil an Sportunfällen (30% versus 25%). Hier kommt es vor allem auf den Bergen, Sommer wie Winter, zu teils verheerenden Zwischenfällen. So kam es im Durchschnitt der letzten zehn Jahre auf 80 Todesfälle pro Jahr (inkl. Auslandstouristen) – und damit auf ein Drittel aller tödlichen Alpinsportunfälle Österreichs.

Gefahr E-Bike
Besonders alarmierend sind zudem die E-Bike-Unfallzahlen: Von 6000 verletzten Radfahrern in Tirol waren im Vorjahr bereits 15 Prozent mit einem E-Bike unterwegs. Auf den öffentlichen Straßen gab es drei tödliche E-Bike-Unfälle. „Verkauft wird, dass man ohne Anstrengung überall hinkommt, die Gefahr wird dabei vernachlässigt“, sagt Wolfgang Schobersberger. Denn auch für Fahrten mit dem E-Bike müsse man fit sein – „man braucht Koordination und Gleichgewicht“, betont der Sportarzt.

Hohe Unfallquote bei den Senioren
Neben dem veränderten Freizeitverhalten und den neuen Sportarten, ist es aber vor allem auch die steigende Lebenserwartung, die sich auf die Unfallstatistik auswirkt: Die Zahl der Verletzten stieg in der Altersgruppe der über 64-Jährigen mit 28 Prozent deutlich an.

Rund 2,2 Mrd. Euro Unfallkosten im Vorjahr
„Ausgehend von über 80.000 Unfallpatienten in Tirols Krankenhäuser und über 200 Unfalltoten pro Jahr errechnen sich 2,2 Milliarden Euro an jährlichen Unfallfolgekosten – medizinische Behandlung, Reha, Krankenstände, etc.“, erklärt Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. „Hier rentiert es sich also wirklich in die Prävention zu investieren“, betont Tirols Sicherheitslandesrat Josef Geisler.

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