13.09.2019 08:37 |

Versprechen gebrochen

Iranischer Öltanker lieferte doch Öl nach Syrien

Der Verdacht, dass der iranische Tanker Adrian Darya-1 Öl nach Syrien geliefert und damit EU-Sanktionen missachtet hat, hat sich nun offenbar als begründet herausgestellt. „Ja. Das iranische Regime hat Öl an Syrien geliefert“, gab das US-Außenministerium am Donnerstag bekannt. Nachdem das Schiff Anfang Juli vor Gibraltar festgesetzt worden war, hatte der Iran eigentlich zugesichert, die Ladung nicht an ein mit Sanktionen belegtes Land zu liefern, um weiterfahren zu dürfen.

Großbritannien warf dem Iran bereits am Mittwoch vor, sein Versprechen gebrochen zu haben. Der iranische Gesandte in London twitterte dazu, die Öl-Ladung sei auf hoher See an eine Privatfirma verkauft worden, womit kein Völkerrecht verletzt worden sei. Das war aber laut Informationen des US-Außenministeriums gelogen. Auf Nachfragen, ob es dafür Beweise gebe, ließ eine Ministeriums-Sprecherin wissen: „Ich würde das nicht sagen, wenn wir keine hätten.“

Spannungen mit dem Iran verschärft
Der Tanker war am 4. Juli - damals noch unter dem Namen Grace 1 - von der britischen Marine vor Gibraltar festgesetzt worden. Grund dafür war der Verdacht, unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien zu liefern. Dies verschärfte die Spannungen im Atomstreit mit dem Iran, der als Vergeltung zwei Wochen später einen britischen Tanker wegen angeblicher Verstöße gegen das Seerecht festsetzte.

US-Sanktionen sollen strengeres Atomabkommen erzwingen
Als der iranische Öltanker - nunmehr unter dem Namen Adrian Darya-1 - weiterfahren durfte, schaltete er weniger später das Ortungssignal aus. US-Präsident Donald Trump will den Iran mit Sanktionen unter anderem im Ölgeschäft zu einem strengeren Atomabkommen zwingen.

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