12.09.2019 17:10 |

Inside Silicon Valley

Elektro-Pionier: Der rätselhafte Elon Musk

Dass in Autofabriken heutzutage nur noch wenige Arbeiter an den Fließbandrobotern tätig sind, weiß man ja. So wenige Arbeiter wie in der Tesla-Fabrik in Fremont ist aber doch überraschend.

So gut wie alles läuft hier vollautomatisch ab. Roboter-Greifarme löten die Teile zusammen, Transportautomaten schaffen aus Lagern die Bestandteile heran. Zuletzt werden die Autos mit Elektronik vollgestopft, darunter auch Autopilot-Assistenten. Die Innenausstattung bleibt dagegen ziemlich spartanisch.

Tesla ist sicherlich die derzeit modernste Autofabrik und nach Eigendefinition „größer als der Vatikan“. Dennoch ist der Erfolg noch lange nicht sicher.

Elon Musk: Trendsetter der E-Auto-Branche
Der Multi-Unternehmer und Elektroauto-Pionier Elon Musk bleibt bei seinem Herzensprojekt aber auf Kurs. Auch wenn die großen Autokonzerne jetzt mit aller Macht in die E-Autoproduktion einsteigen, bleibt es sein Ehrgeiz, der Trendsetter für das Elektroauto für das breite Publikum gewesen zu sein.

Tesla jongliert seit Gründung 2003/2004 mit Problemen herum. Seinem Schöpfer, der in relativ jungen Jahren zu viel Geld gekommen war, wird allerdings Hartnäckigkeit bescheinigt, besonders wenn es um sein Lieblingsprojekt geht.

Firmengründungen teuer weiterverkauft
Der rätselhafte Elon Musk, geboren 1971 in Südafrika und mit 16 ausgewandert, gründete nach Studienabbruch in Stanford in Serie Unternehmen, die er teuer weiterverkaufte: 1995 mit 2000 Dollar ein Medienunternehmen, für das 1999 Compaq 307 Millionen zahlte, danach PayPal, für das 2002 eBay 1,5 Milliarden zahlte.

Schließlich das private Raumfahrtunternehmen SpaceX sowie Tesla. Damit soll noch lange nicht Schluss sein. Es reizt ihn die Künstliche Intelligenz (KI). In dem Projekt Neuralink sollen Gehirne mit Maschinen verbunden werden. Mikro-Elektroden in den Synapsen der Nervenzellen würden die Signalübertragung etwa zu Computern allein durch die Gedankenkraft möglich machen.

Elon Musk drängt nicht in die Öffentlichkeit. Aufsehen erregt er durch ziemlich schräge Sager wie jenen, dass wir in einer gar nicht echten, nur simulierten Welt leben.

Jüngst lieferte er sich bei einer Diskussionsveranstaltung in Schanghai mit Chinas IT-Ikone, Alibaba-Gründer Jack Ma, einen Schlagabtausch über die Künstliche Intelligenz: Chance oder Gefahr?

Jack Ma, zukunftsgläubig wie die Chinesen heutzutage nun mal sind, malte das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz in rosigen Farben ohne Gefahren: „Computer sind schlau, aber Menschen werden immer schlauer bleiben. Das Leben wird angenehmer. KI wird keine Jobs killen, sondern neue Jobs schaffen. Andererseits werden wir mehr Freizeit gestalten können.“

Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz
Elon Musk konterte scharf mit Weltuntergangsszenarien. Er sieht in KI die größte Zukunftsgefahr, möglicherweise das Ende unserer Zivilisation, wenn Maschinen die Herrschaft übernehmen: „Es ist unglaublich, wie schnell sich Computer derzeit weiterentwickeln. Sie werden selbst die Software (Programme) schreiben. KI wird viel schlauer sein als der schlaueste Mensch.“ Und Musk macht dazu den Vorschlag entsprechend einem alten Spruch: „Wenn du eine Entwicklung schon nicht stoppen kannst, dann setze dich an ihre Spitze.“

Selbstverständlich ist auch das Privatleben von Elon Musk ein schillerndes. Im Wirrwarr von Scheidungen, Wiederverheiratungen, Widerruf, neuen Scheidungen gibt es fünf Kinder: einmal Zwillinge und einmal Drillinge.

Kurt Seinitz, Kronen Zeitung

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