11.09.2019 13:00 |

In Salzburg-Stadt

Streit um Preisdeckel gegen Mietenexplosion

Die Überraschung hält sich leider in Grenzen: Salzburg ist ein teures Pflaster! Stolze 15,40 Euro kostet der Quadratmeter einer Neuwohnung in unserer Stadt durchschnittlich! Damit liegt Salzburg in Österreich auf dem zweiten Platz. Nur in Innsbruck müssen Mieter tiefer ins Portemonnaie greifen: Sie zahlen 17,50 Euro.

Weiße Berggipfel, grüne Seen, barocke Altstadt: Salzburg lässt sich seine Schönheit teuer bezahlen. Eine neue Immowelt-Analyse kommt für Salzburgs Städte auf 15,40 Euro in Salzburg-Stadt, 12,60 Euro in Hallein und 10,70 Euro im Mietpreis-Schlusslicht St. Johann im Pongau

Gibt es ein Mittel gegen den Wucher?

Kay-Michael Dankl sitzt für die KPÖ im Salzburger Gemeinderat und wird am 18. September per Dringlichkeitsantrag eine Mietenbremse fordern. „Wir müssen das ohne ideologische Scheuklappen diskutieren.“ Das Vorbild ist Berlin. Der dortige Senat (Stadtregierung) hat den Mietpreis auf acht Euro gedeckelt.

Aber das Mietrecht ist in Österreich doch Sache des Bundes! Dankl: „Eine bundesweite Lösung kommt nur zustande, wenn es Städte und Länder gibt, die einen Deckel probieren wollen.“

Walter Windischbauer leitet den Salzburger Mieterschutzverband und ist ebenfalls für einen Preis-Stopp: „Ich stelle mir eine Grenze von acht Euro vor. Für befristete Verträge und schlecht ausgestattete Altbauwohnungen sechs Euro. Bei Luxuswohnungen könnte es aber auch Ausnahmen geben.“

Der Landtagsabgeordnete Gerald Forcher (SPÖ) unterstützt die Forderung: „Was in Berlin funktioniert, kann auch in Salzburg funktionieren.“ Ob der Preisdeckel in der deutschen Hauptstadt wirkt, muss sich allerdings erst zeigen

Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) hält nichts vom Berliner Vorbild. Er sehe rechtliche Hindernisse. Zudem bestehe die Gefahr, dass Wohnungen nicht in ausreichender Zahl angeboten würden. Investoren könnten abgeschreckt werden und Immobilien verfallen. Er sei unter anderem für ein freieres Mietrecht.

Windischbauer: „Wohnen muss weg vom freien Markt. Wäre der die Lösung, hätten wir die Probleme nicht.“

Christoph Laible

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