06.05.2010 16:18 |

Suche erfolgreich

Black Boxes von Air-France-Maschine geortet

Neue Hoffnung bei der Aufklärung des Absturzes einer Air-France-Maschine über dem Atlantik: Nach elf Monaten Suche hat Frankreich die ungefähre Lage der Flugschreiber im Atlantik ermittelt, wie das Pariser Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte. Doch ob die sogenannten Black Boxes tatsächlich geborgen werden können, ist weiter offen.

Die Airbus-Maschine mit der Flugnummer AF447 war am 1. Juni 2009 auf dem Flug von Brasilien nach Frankreich ins Meer gestürzt. Dabei kamen 228 Menschen ums Leben, unter ihnen eine Tirolerin. Als eine mögliche Ursache für den Absturz gelten die außen am Flugzeug angebrachten Geschwindigkeitsmesser, die offenbar nicht funktionierten. Darüber und über mögliche weitere Ursachen könnten aber nur die Sprach- und Datenaufzeichnungen der Flugschreiber Aufschluss geben.

Die Lage der Flugschreiber des Airbus A330 sei durch die erneute Auswertung von Aufzeichnungen eines französischen Atom-U-Boots aus dem vergangenen Sommer bestimmt worden, sagte Ministeriumssprecher Christian Baptiste. Die damals noch ausgesendeten Funksignale der Black Boxes seien dabei mit einer neuen Software entdeckt worden, die vom französischen Thales-Konzern entwickelt worden sei. Allerdings betragen die Abweichungen laut dem Sprecher rund fünf Kilometer. Deshalb sei nicht sicher, dass man sie finden wird.

"Wie die Suche nach einer Schuhschachtel in Paris"
"Das kommt der Suche nach einer Schuhschachtel in einem Gebiet von der Größe von Paris gleich", sagte ein Sprecher der französischen Marine, Hugues du Plessis d'Argentré. Die Meerestiefe erreiche an der Stelle, wo die Flugschreiber vermutet werden, 3.000 Meter, zudem sei das Gelände "so zerklüftet wie die Alpen". Die Peilsender von Flugschreibern sind längst verstummt, weil die Batterien nur einen Monat halten. Laut dem Sprecher hofft die Marine, dass sich einer der Flugschreiber in einem größeren Wrackteil befindet, das geortet werden könnte. Aber dazu brauche man viel Glück.

Die nun ausgemachte Zone mit den Flugschreibern liegt laut französischer Marine 370 Kilometer nordwestlich der Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen im Atlantik. Die Gruppe von Mini-Inseln befindet sich 950 Kilometer nordöstlich von Brasilien.

Insgesamt drei Suchphasen bisher erfolglos
Drei Suchphasen mit U-Booten, Suchschiffen und Tauchrobotern waren bisher erfolglos geblieben. Die französische Ermittlungsbehörde BEA hatte die Suche vergangene Woche nochmals bis zum 25. Mai verlängert.

Frankreich kostete die Suche bisher über 28 Millionen Euro, wie eine BEA-Sprecherin sagte. Es sei die teuerste Suchaktion in der Geschichte der Behörde. Zehn Millionen habe die BEA selber gestellt, 13 Millionen seien zu gleichen Teilen vom Flugzeugbauer Airbus und Air France gekommen und ungefähr fünf bis sechs Millionen von der französischen Marine.

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