10.08.2019 09:00 |

Klimawandel:

Was wir beim Essen ändern müssen

Dürre, Hitze, Nahrungsmangel – diese düstere Prognose zeichnet der Weltklimarat und fordert ein radikales Umdenken bei der Landnutzung, bei Fleischkonsum und Essgewohnheiten. Wir haben uns dazu angeschaut: Was isst der Steirer eigentlich? Wieviel produziert das eigene Land? Und wie sieht die Öko-Belastung aus?

Auch die Landwirtschaft wird als Klimazerstörer genannt, etwas, dass die steirischen Bauern so nicht auf sich sitzen lassen wollen. Sie kontern damit, dass jeder zum Klimaschutz beitragen könne, schon über den Einkauf, wenn dieser einen Schwerpunkt auf regional und saisonal hätte – statt Erdbeeren im Winter.

Ihre Vergleiche sprechen eine deutliche Sprache:

  • Würde man einen Korb mit Erdäpfel aus Graz-Umgebung füllen, bedeute das gegenüber Kartoffeln aus Zypern einen Unterschied von 1990 Kilometern Fahrt!
  • Die köstliche Birne aus der Oststeiermark hängt mit 60 Kilometern im Schnitt die Kiwi aus Neuseeland mit 18.000 doch locker ab.
  • Wein aus der Südsteiermark fährt quasi durchschnittlich 50 Kilometer bis ins Glas des Konsumenten - aus Kalifornien 9700.

Unser Bundesland bzw. Österreich kann vieles selbst produzieren, das über kurze Transportwege verfügbar ist: Bei Käse liegt der Versorgungsgrad bei 101 %, bei Fleisch bei 109 %, Eier weisen 87 % auf, Erdbeeren 41: „Letztere Zahl ist aber auch nur deswegen so niedrig, weil in jeder Jahreszeit Erdbeeren gegessen werden und in den Supermärkten verfügbar sind,“ so Kammerchef Franz Titschenbacher.

Was isst der Steirer jetzt aber gerne, was müsste er nach dem dramatischen Appell aus Klimaschutzgründen reduzieren/ändern?

  • Bei Fleisch liegt der Pro-Kopf-Verbrauch (laut Statistik Austria für den Österreicher, steirische Zahlen gehen konform) bei 63,4 Kilo.
  • Davon 12,6 Kilo Huhn, 11,8 Kilo Rind, 37,2 Kilogramm Schweinefleisch
  • 239 Eier werden verzehrt
  • Es munden 7,8 Kilogramm Fisch
  • 77,4 Liter Milch, acht Kilo Schlagobers, 5,4 Kilo Butter, 21,4 Kilo Käse
  • 114,9 Kilo Gemüse
  • 1,2 Kilo Honig
  • 2,9 Kilo Erdbeeren

Was durch steigende Tendenz auffällt: die Zahl der Veganer und Vegetarier. War man mit dieser Lebenseinstellung vor noch nicht langer Zeit wie ein Außerirdischer, liegt die Zahl der gänzlich auf tierische Produkte Verzichtender bei schon einem Prozent, die der Vegetarier bei 8. Als Flexitarier (fallweise Fleisch, zumeist aber sehr guter Qualität) bezeichnen sich 16 %.

„Jeder Einzelne kann zum Klimaschutz beitragen“

Die steirischen Bauern ließen sich in der aktuellen Debatte nicht den Schwarzen Peter zuschieben, betont Landwirtschaftskammerchef Franz Titschenbacher. „Wir setzen auf Kreislaufwirtschaft, klimafitte Grünland- und Ackerwirtschaft.“ Vor allem bei Rindern seien Unterschiede zum Ausland oft exorbitant: „Wir halten die Tiere so, dass der CO2-Ausstoß gering ist im Vergleich zu jenem in Nord- und Südamerika. Wo Tiere in riesigen Fressstationen zu Tausenden gehalten, mit Kraftfutter hochgemästet werden, wobei unglaubliche Emissionen durch den konzentrierten Dünger entstehen.“ Jeder einzelne könne zum Klimaschutz beitragen, allein schon durch sein Einkaufsverhalten in Richtung regional und saisonal.

Christa Blümel

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