Streit bei Konferenz

Thunberg lässt Journalisten aus Saal werfen

Ausland
09.08.2019 16:35

Wie soll es mit der „Fridays for Future“-Klimabewegung weitergehen und welche konkreten Forderungen sollen an die Politik gestellt werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Jugendliche aus aller Welt diese Woche bei der Klimakonferenz „Smile for Future“ in der Schweiz. Doch die von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg inspirierte globale Bewegung zeigte sich ziemlich zerstritten. So sollen laut Medienberichten bei mehreren Teilnehmern Tränen geflossen sein. Thunberg selbst verließ aus Protest gemeinsam mit mehreren Aktivisten eine laufende Debatte. Am Freitag kam es dann zu einem Eklat: Die 16-Jährige ließ die anwesenden Journalisten aus dem Saal entfernen, wie deutsche und Schweizer Medien schreiben.

Der Grund waren Berichte über Streit und Uneinigkeit unter den jungen Klimaaktivisten. Thunberg schob den Medien die Schuld für die zum Teil schlechte Stimmung in Lausanne zu und ließ am Freitag darüber abstimmen, ob die Presseleute den Saal, wo sich Hunderte Jugendliche aus aller Welt zum gemeinsamen Gedankenaustausch versammelt hatten, verlassen sollten. Die Mehrheit schloss sich Thunberg an - und die Journalisten wurden kurzerhand hinauskomplimentiert.

Thunberg verlangte von den Journalisten „ein wenig Privatsphäre“ und ließ die anwesenden Reporter aus dem Konferenzsaal in Lausanne entfernen. (Bild: AP)
Thunberg verlangte von den Journalisten „ein wenig Privatsphäre“ und ließ die anwesenden Reporter aus dem Konferenzsaal in Lausanne entfernen.

Teilnehmer: „Wir brauchen Privatsphäre“
Die verwunderten Reporter durften allerdings zehn Minuten später, nachdem sich die Stimmung etwas beruhigt hatte, wieder eintreten. Gegenüber dem Schweizer „Blick“ erklärte einer der Organisatoren der Klimakonferenz: „Wir sind auch nur Menschen und brauchen manchmal Privatsphäre. Als Bewegung bemühen wir uns aber, so transparent wie möglich zu sein.“

Thunberg und ihre Mitstreiter im Kampf gegen die Klimaerwärmung beim Sammeln von Ideen (Bild: AP)
Thunberg und ihre Mitstreiter im Kampf gegen die Klimaerwärmung beim Sammeln von Ideen
Von allen Teilnehmern war Thunberg die meistgefragte Person in Lausanne. (Bild: APA/AFP/FABRICE COFFRINI)
Von allen Teilnehmern war Thunberg die meistgefragte Person in Lausanne.

Trotz der Differenzen konnten sich die rund 450 Aktivisten am Ende auf eine Abschlusserklärung einigen. In der Klima-Erklärung von Lausanne heißt es unter anderem, dass für die Klimapolitik in Zukunft der jeweils „beste wissenschaftliche“ Forschungsstand berücksichtigt werden solle. Darüber hinaus müssten „Klima-Gerechtigkeit“ hergestellt und eine Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erreicht werden.

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