War nach dem Abstieg im Vorjahr noch von einer Verjüngung der Mannschaft die Rede gewesen, fuhr Gilligan mit der ältesten österreichischen Nationalmannschaft seit Jahren nach Tilburg. Vor allem in der Verteidigung setzte er auf Routine, dazu holte er nach drei Jahren den ehemaligen NHL-Torhüter Reinhard Divis zurück ins Team, der es ihm mit ausgezeichneten Leistungen dankte. Gilligan setzte auch Matthias Trattnig so wie bei dessen Klub in der Verteidigung ein, der Salzburg-Spieler fühlte sich in der Rolle derart wohl, dass er zum besten Verteidiger des Turniers gewählt wurde.
"Die Spieler sind sehr willig und diszipliniert, sie sind reif, sie setzen sehr gut um, was wir verlangen, ohne zu jammern. Das ist sehr professionell", lobte der US-Amerikaner sein Team. Bei der Kaderzusammenstellung "haben wir vielleicht keine Fehlentscheidung getroffen, aber das heißt nicht, dass die gleiche Mannschaft in der A-WM spielt. Da brauchen wir vielleicht andere Qualitäten. Läuferisch muss man besser sein, einige Spieler haben mit der Schnelligkeit Probleme", sagte Gilligan.
Gilligan hat viele Alternativen
So sind in der Abwehr die langjährigen Teamspieler Andre und Philippe Lakos Alternativen, von den jüngeren dürfen sich Martin Oraze oder Stefan Ulmer Chancen auf eine WM-Teilnahme ausrechnen, auch Martin Schumnig steht bei ihm im Notizblock. Einige Stürmer wie die Harand-Brüder könnten sich in einer neuen Position als Abwehrspieler finden. Mit Raffael Rotter und Michael Raffl könnten auch im Angriff zwei junge Spieler frischen Wind bringen. Der ebenfalls verletzte Philipp Lukas sowieso. Gilligan hat aber auch weitere Spieler im Visier. Ob die NHL-Spieler Thomas Vanek, Michael Grabner und Andreas Nödl 2011 dabei sein können, hängt wie immer vom Play-off-Erfolg ihrer Klubs ab.
Am Weg zur echten A-Nation
Mit dem Aufstieg ist es für Gilligan aber nicht getan. Will sich Österreich in der Elite der 16 besten Mannschaften etablieren, muss ein Umdenken stattfinden, wird er nicht müde zu betonen. "Nur weil man einmal nach oben kommt, ist man nicht unbedingt eine A-Nation. Man muss viel im Nachwuchs machen, dass man eine richtige A-Nation ist und bleibt. Wir brauchen mehr Spieler, die in der Meisterschaft eine Rolle spielen, nicht nur ein paar. Wir brauchen auch mehr Verteidiger", sagte der 55-Jährige.
Im nächsten Frühjahr sind alle Bemühungen darauf ausgerichtet, dass Österreich von 29. April bis 15. Mai in Bratislava und Kosice erstmals seit 2004 in Prag unter Herbert Pöck wieder den Klassenerhalt schafft. Gilligan sieht durchaus Chancen: "Meiner Meinung nach ist es schwieriger aufzusteigen als oben zu bleiben. Auch wenn für Österreich beides nicht einfach ist."
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