Zirl-Ost bis Innsbruck

Umweltanwalt gegen Öffnung des Pannenstreifens

Tirol
31.07.2019 10:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zum geplanten Projekt einer temporären Freigabe des Pannenstreifens zwischen Zirl-Ost und Innsbruck-West in verkehrsreichen Zeiten will der Landesumweltanwalt im Verfahren eine negative Stellungnahme abgeben. Das Vorhaben konterkariere die Bemühungen des Landes zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

 Die von der Asfinag geplante Pannenstreifen-Freigabe ist mit erheblichen Baumaßnahmen entlang der Autobahn zwischen Zirl und Innsbruck verbunden: Verbreiterung des Fahrbahnquerschnitts auf 12,50 Meter, Errichtung von zusätzlichen Pannenbuchten, Adaptierung der Ein- und Ausfahrten der Anschlussstellen Völs, Kranebitten sowie der Parkplätze Kematen und Sieglanger, Versetzen von Lärmschutzwänden und Verbreiterung von Brückentragwerken. Auch eine Adaptierung Überwegweiser-Portale ist nötig.

Erwartungshaltung führt zu noch mehr Verkehr
„Auch wenn es verständlich ist, dass sich insbesondere viele Pendler tagtäglich von und nach Innsbruck eine Verbesserung der Verkehrsströme rund um die Landeshauptstadt und im städtischen Bereich wünschen, dürfte gerade ein derartiger Schritt kontraproduktiv sein und höchstwahrscheinlich schon aufgrund der Erwartungshaltungen zu noch mehr Verzögerungen zum und vom Arbeitsplatz führen“, schreibt Vize-Umweltanwalt Walter Tschon in einer Stellungnahme an die Asfinag.

Verzicht aufs eigene Auto als Strategie des Landes
„Zudem erscheint es auch mehr als fraglich, ob diese anvisierte Maßnahme mit der Linie der Tiroler Landespolitik vereinbar ist. Denn es soll ja der öffentliche Verkehr gefördert und Menschen dazu animiert werden, auf das Auto zu verzichten.“

Asfinag soll freiwillig Umweltprüfung beantragen
Ob das Projekt einer Umweltprüfung (UVP) unterzogen werden muss, ist unklar. „Wir würden uns wünschen, dass die Asfinag sich freiwillig dazu entschließt. Damit wäre sichergestellt, dass sämtliche mögliche Auswirkungen einer tieferen Überprüfung unterzogen werden, erklärte Tschon gegenüber der „Krone“. 

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