22.07.2019 11:19 |

Sonde auf dem Weg

Indiens Mondlandemission „Chandrayaan-2“ gestartet

Indien hat am Montag seine Mondlandemission „Chandrayaan-2“ gestartet. Das 3850 Kilogramm schwere Raumfahrzeug, das aus einem Orbiter, der den Erdtrabanten umkreisen soll, und einem „Vikram“ getauften Landemodul besteht, trat an Bord einer indischen Trägerrakete vom Typ GSLV MK-III-M1 die Reise ins All an. Der Start (Video oben) erfolgte um 11.13 Uhr MESZ am Satish Dhawan Space Centre der ISRO, rund 80 Kilometer nördlich der Millionenstadt Chennai.

Mitte September soll „Vikram“ samt dem darin befindlichen Rover „Pragyan“ den Mond erreichen und nahe dessen Südpol landen. Bei einem Erfolg der Mission wäre Indien das vierte Land nach den USA, der ehemaligen Sowjetunion (heute Russland) und China, dem eine weiche Mondlandung gelingt. Zuletzt war der Start am 15. Juli verschoben worden, weil knapp eine Stunde zuvor ein technisches Problem festgestellt worden war.

Landemodul soll am Südpol des Mondes aufsetzen
Der sechsrädrige, nur 25 Kilogramm schwere Rover „Pragyan“ soll auf einer Ebene einige hundert Kilometer nördlich des kaum erforschten Südpols des Mondes, zwischen den Kratern Simpelius und Manzinus landen. Er ist mit zwei Spektrometern, mit denen Mondgestein analysiert werden soll, sowie einer Kamera ausgerüstet.

126 Millionen Euro teure Mission
Ziel der 142 Millionen Dollar (umgerechnet rund 126 Millionen Euro) teuren Mission ist die kartografische Erfassung der Mondoberfläche und die Erforschung ihrer Zusammensetzung sowie die Suche nach Wasser.

Die Mission „Chandrayaan-2“ (was auf Sanskrit „Mondfahrzeug“ bedeutet, Anm.) ist bereits die zweite von Indien in Richtung Erdtrabant. Die erste Mondsonde des südasiatischen Landes, „Chandrayaan-1“, startete 2008 und umkreiste den Mond, ohne aber auf ihm zu landen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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