18.07.2019 08:27 |

Heftige Diskussionen

Problemwolf zwischen Schutz und Abschuss

Während im Salzburger Zoo drei zum Fressen süße Polarwolf-Welpen mit ihren kurzen Beinchen über Stock und Stein kraxeln, überwiegt in Großarl nach wie vor die Angst vor dem Schafe reißenden Isegrim. Heute äußern sich Gegner und Befürworter des Abschusses in der „Krone“.

Mittlerweile ist Ruhe im Gebiet rund um die Tofernalm eingekehrt. Vermutungen werden laut, der Wolf könnte weitergezogen sein. Dennoch fordert nach wie vor der Großteil der Menschen vor Ort den Abschuss des Tiers – der Antrag wurde Dienstag früh eingereicht.

„Ich bin dafür“, so die klare Haltung von Johann Rohrmoser, Bürgermeister von Großarl. Zwar gibt es für betroffene Almbauern vom Land eine Entschädigung pro verendetem Tier gibt – 220 Euro für ein Schaf und 110 Euro pro Lamm. Geht es nach dem Bürgermeister, decke das jedoch den Aufwand der Arbeit, der über das gesamte Jahr hinweg anfalle, nicht ab.

Auch Rotwild-Rudel sind für Wolf leichte Beute

Vollste Unterstützung erhält er von seinem Kollegen aus Hüttschlag, Hans Toferer: „Wir haben uns als Tal der Almen einen Namen gemacht und hier eine Lebensgrundlage geschaffen. Doch der Anblick der gerissenen und noch halb lebenden Schafe ist erschütternd und erbärmlich“, fragt sich Toferer, was das noch mit Naturschutz zu tun habe. Er befürchtet, dass im Herbst das Rotwild gefährdet ist. „Und letztlich wahrscheinlich auch die Menschen“, sieht er keine Alternative zum Abschuss. „Der Wolf muss merken, dass ihm jemand auf den Pelz rückt.“

„Die Almbauern mehr fördern und beraten“
Dem widerspricht der Salzburger Naturschutzbund, obwohl der Verein – wie auch der WWF – am Management-Plans des Landes zum Umgang mit einem Problemwolf mitgewirkt haben. „Wir tragen ihn jedoch nicht zu hundert Prozent mit“, kritisiert Naturschutzbund-Vorstand Hannes Augustin die „willkürlich gewählte Anzahl“ von 20 bis 25 Tieren, die für das Töten ausreichend sind.

Als Alternative seien Elektrozäune, sofern es das Gebiet erlaubt, anzudenken, um die Schafe zu schützen. In der Schweiz funktioniere diese Variante prima. In Salzburg seien zwar die Zäune angeschafft, jedoch nie verwendet worden.

„Ich erwarte mir vom Land, dass die Förderungen für Bauern erhöht werden und es mehr Beratung gibt. Auch eine Behirtung der Almen samt Hunden wäre zu überlegen. Die Kosten dürfen aber nicht dem einzelnen Bauern aufs Auge gedrückt werden“, betont Augustin.

Der Naturschutzbund rechnet mit einer Berufung gegen den Abschuss-Antrag.

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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