16.07.2019 12:08 |

Kreuzfahrt-Vergleich

FPÖ-Mandatar beschimpft Rackete als Klimasünderin

Mit der Forderung, dass Europa auch Klimaflüchtlinge aufnehmen sollte, hat sich die der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete nicht nur Freunde gemacht. So bezeichnet sie der Wiener FPÖ-Landtagsabgeordnete Leo Kohlbauer auf seiner Facebook-Seite als „unnötigen Klima-Sünder“. Er vergleicht allerdings in seiner Kritik das NGO-Schiff mit einem Kreuzfahrtdampfer - und zwar dem größten, den es derzeit auf der Welt gibt. Ein Vergleich, der hinkt: Die riesige Harmony of the Seas misst stolze 362 Meter, während die Sea-Watch 3 gerade einmal 50 Meter hat.

Die Grafik zum Posting hat Kohlbauer aus der „Autozeitung“ entnommen. Im entsprechenden Artikel ist zu lesen, dass täglich 450 Kilogramm Feinstaub aus den Schornsteinen der Harmony of the Seas in die Luft geblasen werden - das entspreche dem Ausstoß von unglaublichen 21,45 Millionen VW Passat Variant 2.0 TDI mit 190 PS, rechnet die Fachzeitschrift vor. Der Gigant verfügt über 131.883 PS und kann bis zu 6780 Passagiere mitnehmen.

Dagegen ist die Sea-Watch 3 nur ein kleiner Fisch im Karpfenteich. Mit 2216 PS verfügt sie nur über 1,7 Prozent der Maschinenleistung des riesigen Ozeandampfers. Man muss nicht Maschinentechnik studiert haben, um zu wissen, dass das NGO-Schiff damit nur einen Bruchteil der Feinstaubbelastung im Vergleich zur Harmony of the Seas erzeugt.

FPÖ-Chef organisierte in Vergangenheit selbst Kreuzfahrt
Einigen Facebook-Usern ist noch ein weiterer interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang aufgefallen: Während Kohlbauer gegen die umweltschädlichen Kreuzfahrtschiffe wettert, hat sein Parteichef, Norbert Hofer, offenbar kein Problem damit, auf diese Art zu reisen: So machen aufmerksame Leser des Postings den Verfasser darauf aufmerksam, dass Hofer in der Vergangenheit eine Senioren-Kreuzfahrt mit ihm als Reisebegleiter veranstaltet hatte.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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