Grenzenlose Freude

Portugal nach 2:1-Triumph im EM-Finale

Sport
01.07.2004 10:56
Mit Zauber-Fußball und Traumtoren hat Portugal den Halbfinal-Fluch der EM-Gastgeber besiegt und erstmals das Endspiel einer Europameisterschaft erreicht. Treffer von Cristiano Ronaldo (26.) und Nuno Maniche (58.) zum 2:1 (1:0) gegen die Niederlande krönten am Mittwochabend im Halbfinale von Lissabon eine titelreife Vorstellung der Portugiesen, die als erste Heimmannschaft seit 20 Jahren in ein EM-Finale einzogen.
Dort trifft das Team von Trainer Luis FelipeScolari am Sonntag auf den Gewinner des Duells zwischen den vonOtto Rehhagel trainierten Griechen und Tschechien. Vor 46.679Zuschauern im Estadio Jose Alvalade konnte das Eigentor von JorgeAndrade (63.) zum 2:1 den Jubel der Hausherren, die sich auf einerauschende Siegesparty bis in den frühen Morgen einstellten,nicht trüben. 
  
Großartige Kulisse 
Beflügelt von der großen Kulisse demonstriertendie Portugiesen unter der Regie ihres zum ersten Mal in Weltklasse-Formauftrumpfenden Kapitäns Luis Figo eindrucksvoll ihr spielerischesPotenzial. Einziges Manko einer überragenden Darbietung derHausherren war die schwache Chancenverwertung, wobei sich vorallem Pauleta hervortat. Während die Gastgeber stets dendirekten Weg zum Tor suchten und sich Gelegenheiten zuhauf erspielten,brauchten die Niederländer zu viele Stationen, um den Ballnach vorne zu tragen. 
  
Unbegründete Angst vor van Nistelrooy
Die Furcht der Gastgeber vor "Tormaschine" Ruud vanNistelrooy erwies sich als unbegründet. Der im Turnier schonvier Mal erfolgreiche Stürmer konnte sich der Bewachung durchAndrade nicht entziehen. "Van the Man" machte erstmals in der39. Minute auf sich aufmerksam, als der schwedische SchiedsrichterAnders Frisk seinem Treffer wegen Abseitsstellung die Anerkennungverweigerte. Da sich auch der hoch gelobte Arjen Robben auf derlinken Seite in Zweikämpfen aufrieb und praktisch wirkungslosblieb, fehlte der Offensive der "Oranje"-Auswahl das kreativeElement. 
  
Figo in Hochform 
Auf der Gegenseite sprühte Real Madrid-StarFigo vor Spiellaune. Sechs Tage nach seiner Auswechslung im Viertelfinalegegen England brillierte der 31-Jährige mit seinen Flankenläufenund war an fast allen gefährlichen Aktionen seiner Mannschaftbeteiligt. In der 9. Minute verfehlte Ronaldo nach einer flachenHereingabe von Figo die frühe portugiesische Führung.Nach dem 1:0. das der 19-Jährige Ronaldo per Kopf erzielte,verfehlte Figo mit einem fulminanten Pfostenschuss (41.) das zweiteTor für die Hausherren. 
  
Pauleta als Chancen-Vernichter 
Riesenchancen, den Vorsprung auszubauen, verpasstezudem Pauleta. Der nach seiner Sperre ins Team zurückgekehrteStürmer brachte zuerst eine Maßflanke von Nuno Manichenicht an Edwin van der Sar vorbei (35.). Neun Minuten nach derHalbzeit lief Pauleta völlig unbedrängt auf das Torder Gäste zu und schoss den Keeper an. Die größteMöglichkeit für die Holländer in der ersten Hälftevergab der Andy van der Meyde ins Team gerückte Marc Overmars(28.), dessen Direktabnahme über das portugiesische Tor flog.
  
Eigentor zum Anschlusstreffer 
Mit der Einwechslung von Bayern-Stürmer RoyMakaay und einer Umstellung des Systems auf 4-4-2 reagierte Advocaatauf das ideenlose Spiel seiner Mannschaft. Doch den enttäuschenden"Oranjes" gelang es einfach nicht, ein konstruktives Angriffsspielaufzuziehen. Nach dem Kunstschuss von Maniche zum 2:0 brachtesie erst das Eigentor von Andrade, der eine Robben-Flanke unhaltbarablenkte, wieder ins Spiel zurück. 
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