08.07.2019 22:01

Kooperation mit Marine

Erneut NGO-Rettung: 44 Migranten von Boot geholt

Nach einem wahren Nervenkrieg am Wochenende mit Malta und Italien hat die deutsche NGO Sea-Eye mit ihrem Schiff Alan Kurdi am Montag erneut Migranten aufgenommen. Kurz nach ihrer Rückkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen ließ sie 44 Menschen an Bord, die auf einem Holzboot unterwegs waren. Der Einsatz sei in Kooperation mit den maltesischen Behörden erfolgt, erklärte die Organisation. Die Migranten sollen nach Malta gebracht werden.

Die Menschen seien auf einem Holzboot unterwegs gewesen, das zuvor von dem privaten Suchflugzeug Colibri ausgemacht worden war, gab Sea-Eye auf Twitter bekannt. „Ein Schiff der maltesischen Marine ist nun auf dem Weg, um die Migranten von der Alan Kurdi zu übernehmen und an Land zu bringen“, hieß es weiter. Eine Bestätigung aus Malta gab es zunächst nicht.

Malta nahm 65 Migranten von Sea-Eye auf
Erst am Sonntag hatte sich die Inselrepublik bereit erklärt, 65 von Sea-Eye gerettete Migranten an Land zu lassen. Die Alan Kurdi war daraufhin ins Einsatzgebiet zurückgekehrt. Italien hatte die Einfahrt des Schiffs verboten.

Rettungseinsätze von privaten Seenotrettern endeten zuletzt immer wieder in langen Hängepartien oder mit der Beschlagnahmung von Rettungsschiffen. Besonders viel Aufmerksamkeit hatte der Fall der Kapitänin Carola Rackete bekommen, die mit dem Schiff Sea-Watch 3 und geretteten Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren war. Gegen sie wird in Italien ermittelt. Eine für Dienstag geplante Anhörung wurde verschoben.

Italien will verstärkt Marineschiffe gegen Migration einsetzen
Schiffe der italienischen Marine und der Polizei sollen künftig zum „Schutz“ der italienischen Häfen eingesetzt werden, beschloss am Montagabend das Komitee für die öffentliche Ordnung und Sicherheit, das in Rom unter der Leitung von italienischen Innenminister Matteo Salvini tagte. Ziel sei einen aktiveren Kampf gegen die Schlepperei, verlautete aus dem Innenministerium.

Um die Zahl der Migrantenabfahrten zu senken, sollen verstärkt auch Flugzeuge eingesetzt werden. Hinzu sollen die Kontakte zu Tunesien zur Bekämpfung der Schlepperei intensiviert werden. Italien will der libyschen Küstenwache vor Ende des Sommers weitere zehn Schiffe zur Bekämpfung des Menschenhandels liefern, berichteten italienische Medien.

FPÖ-Warnung vor neuem „Schlepper-Turbo“
Nachdem die Diskussion um Rettungsschiffe am Wochenende erneut aufgeflammt war, warnte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl am Montag vor einem neuen „Schlepper-Turbo“ von Afrika nach Europa. 

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