25 gegen drei

Wiener Polizisten von tobender Meute bedroht

Wien
08.07.2019 11:00

Eigentlich wollten drei Wiener Polizisten am Sonntag in den frühen Morgenstunden den Streit zwischen einem Mann und einer 21-jährigen Serbin auf offener Straße in der Innenstadt schlichten - wenig später fanden sich die Beamten jedoch in einer äußerst bedrohlichen Situation wieder: Zunächst rastete die junge Frau völlig aus, trat einem der Polizisten sogar mehrfach gegen den Kopf. Und plötzlich stürmten auch noch knapp 25 Männer aus einem Lokal auf die Beamten zu. Großeinsatz!

Alles begann gegen 4.30 Uhr am Rabensteig, als die drei Polizisten auf das streitende Paar aufmerksam wurden. Die Serbin beschimpfte dabei den Mann und schlug ihm auch gleich mehrfach ins Gesicht, wodurch er am Auge verletzt wurde. Die Beamten versuchten, den Streit zu schlichten, doch die Frau wollte sich partout nicht beruhigen lassen. Stattdessen ging sie auf die Polizisten los, beschimpfte sie lautstark und drohte Schläge an. Nachdem mündliche Verwarnungen keine Wirkung zeigten, wollten die Beamten die 21-Jährige festnehmen.

Wild zu ging es am Wochenende in der Wiener City - drei Polizisten wurden vor diesem Lokal von einer Männergruppe verletzt. (Bild: Zwefo)
Wild zu ging es am Wochenende in der Wiener City - drei Polizisten wurden vor diesem Lokal von einer Männergruppe verletzt.

Polizist mehrfach gegen Stirn getreten
Die Betonung liegt auf „wollten“. In diesem Moment verlor die Frau nämlich offenbar auch den letzten Funken Vernunft: Sie trat und schlug auf die drei Männer ein. Als einer der Polizisten versuchte, die Beine der Tobenden zu fixieren, trat sie ihm mehrmals gegen die Stirn. Der Beamte erlitt dabei eine Schädelprellung sowie Prellungen und Abschürfungen an der Hand, am Knie und am Ellenbogen.

Und dann wurde die Situation für die Beamten noch um einiges bedrohlicher: Etwa 25 Männer stürmten plötzlich wild gestikulierend und schreiend aus einem Lokal auf die Polizisten zu. Diese reagierten goldrichtig: „Sie riefen sofort Sukkurs aus“, so Polizeisprecherin Irina Steirer gegenüber krone.at. Sukkurs ist die höchste Dringlichkeitsstufe, die ein Streifenpolizist mittels Knopf am Funkgerät ausrufen kann. Wird dieser betätigt, rücken sofort alle verfügbaren Streifenwagen an - und das war in diesem Fall keine Sekunde zu spät.

Versucht, Beamten in Menge zu ziehen
Zwei der Männer - beides österreichische Staatsbürger mit türkischen Wurzeln im Alter von 25 und 28 Jahren - versuchten nämlich sofort, einen der beiden Polizisten in die Gruppe zu ziehen. Glücklicherweise trafen in diesem Moment sieben weitere Polizeistreifen ein, die meisten der Männer ergriffen daraufhin die Flucht. Auch der 25-Jährige sowie der 28-Jährige wollten sich davonmachen, die beiden konnten jedoch angehalten und festgenommen werden.

(Bild: APA/Barbara Gindl (Symbolbild))

Tür von Polizeiwagen mit Tritten zerstört
Doch auch damit endete der Einsatz noch immer nicht. Wie auch die Serbin zuvor setzte sich der 28-Jährige bei seiner Festnahme äußerst heftig zur Wehr. Nachdem der Mann in einen Arrestantenwagen verfrachtet worden war, trat er mit voller Wucht gegen die Innentür - bis diese zerstört war. Die Einsatzkräfte mussten daher einen neuen Wagen anfordern, mit dem der Randalierer dann ins Polizeianhaltezentrum gebracht werden konnte. Sowohl der 28-Jährige als auch der jüngere Mann ließen sich während der gesamten Fahrt nicht beruhigen - beide tobten in den Fahrzeugen, schlugen und traten und schlugen mit den Köpfen gegen die Türen und Wände.

Bei dem Einsatz erlitten neben dem schwer verletzten Beamten zwei weitere Polizisten Verletzungen an den Knien. Zudem wurden die Innentüre des Arrestantenwagens, ein Funkgerät, ein Mobiltelefon sowie eine Armbanduhr beschädigt. Beim 28-Jährigen wurde ein Päckchen mit weißem Pulver sichergestellt.

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