28.06.2019 17:01 |

Bei „Gefahr in Verzug“

Tiroler Fahrverbote: Bald in Kufstein und Reutte

Nach den für die Wochenenden bis Mitte September verhängten Fahrverboten auf dem niederrangigen Straßennetz nach den Autobahnausfahrten im Großraum Innsbruck geht das Land Tirol nun einen Schritt weiter. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte am Freitag weitere Fahrverbote für die Bezirke Kufstein und Reutte im Oberland an.

Die Bezirke Reutte und Kufstein seien vom Ausweichverkehr in der Vergangenheit ebenso belastet gewesen wie der Großraum Innsbruck, argumentierte Platter die Maßnahmen: „Es hat mindestens dieselben Beschwerden gegeben.“ Die Fahrverbote sollen ab dem Wochenende des 6. und 7. Juli in Kraft treten und - wie die in der Vorwoche verhängten Fahrverbote - bis 14. bzw. 15. September andauern. Im Bereich Kufstein soll es laut Platter zu einem Mix aus Fahrverboten und Dosierungen mit sogenannten Dosierampeln kommen.

Sperren bei „Gefahr in Verzug“
An diesem Wochenende werde die Situation vor allem in Reutte genau beobachtet. An gewissen Stellen sollen bei „Gefahr in Verzug“ von der Polizei Sperrungen zum Einsatz kommen, schilderte Platter. Die Maßnahmen könnten „innerhalb von 30 Minuten hochgefahren“ werden. Von den Fahrverboten ausgenommen sei wie immer der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.

Der Landeshauptmann ließ auch keinen Zweifel daran, dass beabsichtigt werde, die Fahrverbote auch in der Wintersaison fortzuführen. Kein Gast werde daran gehindert, zu seinem Urlaubsort zu gelangen - es gehe nur um den Ausweich- und Durchzugsverkehr.

Evaluierung läuft
Die im Raum Innsbruck am vergangenen Wochenende bereits angewandten Maßnahmen seien indes evaluiert worden. Sowohl das Land als auch die Polizei zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Der Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann, betonte erneut, dass die allermeisten Fahrzeuglenker Verständnis für die Fahrverbote gezeigt hätten. Eine "Lücke habe man im Zuge der Evaluierung jedoch gefunden - und diese betreffe Landesstraßen im Bereich Sellrain und Axams. Dort würden ab diesem Wochenende deshalb auch Fahrverbote gelten.

Deutschland will Österreich klagen
Die Tiroler Fahrverbote vom vergangenen Wochenende hatten zuletzt auch den deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf den Plan gerufen: Er bereitet nach eigenen Angaben wegen der verhängten Beschränkungen im Transitverkehr eine Klage gegen die Republik Österreich vor.

Die Kritik aus Bayern riss angesichts der neuen Fahrverbote indes nicht ab. „Es ist schon verwunderlich, dass Tirol jetzt erneut mit unabgesprochenen Maßnahmen Fakten schafft“, sagte der bayrische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Hans Reichhart (CSU) in München. Der Freistaat wolle weiterhin eine gemeinsame Lösung mit Tirol. Vertreter Tirols seien deswegen auch zu Gesprächen Mitte Juli eingeladen.

„Die Kritik ist lächerlich“
Platter dagegen konnte die Aufregung um die Fahrverbote nicht verstehen. „Die Kritik ist lächerlich. Das sind in Wahrheit marginale Maßnahmen“, so der Landeschef. Unverhältnismäßig seien in diesem Zusammenhang einzig und allein die von Deutschland durchgeführten Grenzkontrollen, die einen immensen Stau verursachen würden.

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