13.06.2019 21:55 |

Kern von Asteroid?

Riesige Anomalie unter Südpol des Mondes entdeckt

Der Südpol des Mondes birgt ein überraschendes Geheimnis. Unter der Oberfläche des Südpol-Aitken-Beckens, dem größten Einschlagkrater unseres Sonnensystems, haben Forscher im Zuge der Erkundungsmission der US-Raumsonden GRAIL-A und GRAIL-B eine Masseanomalie gemessen. Verantwortlich dafür zeichnet eine gewaltige Menge eines noch unbekannten Material - möglicherweise der Metallkern eines verschütteten Asteroiden.

Messungen der „GRAIL“-Sonden, die das Schwerefeld des Erdtrabanten vermessen haben, zufolge könnte es sich bei dem Material, das in dem bis 2500 Kilometer breiten Südpol-Aitken-Becken bis in eine Tiefe von knapp 300 Kilometern reicht, um eine Metallverbindung handeln. Vermutlich der Kern eines riesigen Asteroiden, der vor rund vier Milliarden Jahren dort eingeschlagen ist.

Computersimulationen hätten gezeigt, dass ein Eisen-Nickel-Kern bei einem Einschlag tief die oberste Schicht des Mondes eindringen könnte, sagt Peter James von der Baylor University der mit seinem Team die Daten der GRAIL-Mission ausgewertet hat. „Wir haben ausgerechnet, dass der beim Einschlag zerstörte Kern eines solchen Asteroiden bis heute im lunaren Mantel bleiben könnte, statt in den Kern des Mondes hinabzusinken“, so der Forscher.

Das - so die Wissenschaftler - sei die bis dato beste Erklärung für die Masseanomalie, die mindestens 2,18 Billarden Tonnen umfasst, was in etwa der halben Masse der gesamten Erdatmosphäre entspricht. „Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Metallhaufen fünfmal größer als Big Island (die Hauptinsel von Hawaii, Anm.) im Untergrund vergraben - das ist ungefähr das Ausmaß an überschüssiger Masse, das wir detektiert haben“, so James.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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