07.04.2010 10:42 |

Skandal ausgeweitet

D: Gewaltorgien wie in "Clockwork Orange" an Schule

Der Skandal rund um die deutsche Odenwaldschule, bereits seit Wochen wegen Missbrauchsvorwürfen stark unter Beschuss, weitet sich aus. Schüler sollen noch bis weit in die 90er-Jahre hinein von Lehrern sexuell missbraucht worden sein. Ein Missbrauchsopfer habe die Vorfälle sogar mit der filmischen Gewaltorgie "Clockwork Orange" von Stanley Kubrick verglichen, so die Schulleitung. "Das sprengt unsere Vorstellungskraft", sagte Rektorin Margarita Kaufmann.
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Vor etwa vier Wochen waren erstmals Fälle von sexuellem Missbrauch an der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim bekannt geworden, die jedoch meist Jahrzehnte zurücklagen. Der Schulleitung lägen inzwischen Berichte von ehemaligen Schülern vor, die grausige Rituale aus der jüngeren Vergangenheit schildern, erklärte Kaufmann der "Frankfurter Rundschau". 

Auch Misshandlungen unter den Schülern
Die Rektorin meinte gegenüber der Zeitung, es hätten sich auch Missbrauchsopfer gemeldet, die von "furchtbaren Misshandlungen von Schülern an Schülern" berichtet hätten. Dazu habe das Versengen und Verbrühen von Genitalien gehört. Kinder hätten Mitschüler als "Sandsack missbraucht" und vor anderen erniedrigt.

Kaufmann sagte der Zeitung, dass mehrere Schüler einen Vorfall beschrieben hätten, bei dem ein gefesselter Schüler von Mitschülern sexuell misshandelt worden sei. Der Lehrer soll untätig dabei gestanden sein. Demselben Lehrer werde auch vorgeworfen, an der Odenwaldschule Buben und Mädchen missbraucht zu haben. Er war bis 1999 an der Schule. Die Schulleiterin sagte dazu: "Ich frage mich, wie das passiert sein kann, ohne dass Lehrer die schrecklichen Schmerzensschreie gehört haben."

Informationen dem Ministerium bekannt
Nach Informationen der Zeitung wusste das hessische Kultusministerium weitaus früher über den Missbrauch an der Unesco-Modellschule als bisher bekannt. So habe der damalige Kultusminister Hartmut Holzapfel bereits seit August 1998 von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Rektor der Odenwaldschule, Gerold Becker, gewusst - er wird heute als Haupttäter verdächtigt. Trotzdem sei dieser bis November 1999 offiziell Berater des Ministeriums gewesen.

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