08.06.2019 18:30 |

Drama vor Frankreich

Boot bei Sturm gekentert: Drei Seenot-Retter tot!

Drama an der Westküste Frankreichs: Drei Einsatzkräfte der französischen Seenotrettungsorganisation SNSM sind am Freitag ums Leben gekommen, nachdem ihr Boot gekentert war. Nur vier der insgesamt sieben Besatzungsmitglieder konnten sich ans Ufer retten, wie der Bürgermeister der Stadt Sable-d‘Olonne, nördlich von Nantes, dem Fernsehsender BFMTV mitteilte.

Das Boot der Seenotretter war demnach rund 800 Meter vor der Küste während eines Unwetters gekentert, schrieb die zuständige Präfektur auf Twitter. Die vier überlebenden Mitglieder der Besatzung stehen noch unter Schock. „Unsere drei Kameraden hatten nicht denselben Schutzengel wie wir. Wir hatten verdammtes Glück, aber sie hatten es nicht...“, sagte David, einer der überlebenden Seenotretter.

Präsident der Seenotrettung spricht von „Tragödie“
Ihnen war es gelungen, 200 Meter vom Ufer entfernt an Land zu schwimmen. „Wäre die Entfernung zum Ufer bei 500 Metern gelegen, wäre es möglicherweise noch schlimmer ausgegangen und wir hätten jetzt sieben Tote“, erklärte SNSM-Präsident Xavier De la Gorce. Bei den Toten handelt es sich um Männer zwischen 28 und 55 Jahren, darunter auch Familienväter. De La Gorce sprach von einer „Tragödie“ für die Seenotrettung. Das letzte schwere Unglück der Organisation liege mehr als 30 Jahre zurück. 1986 waren auf dem Fluss Aber Wrac‘h in der Bretagne fünf Menschen gestorben.

Helfer wollten Fischerboot retten
Die Helfer der SNSM waren bei heftigen Sturmböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde Sie wollten einem Fischerboot helfen, das während des Sturmtiefs „Miguel“ in Seenot geraten war. In den meterhohen Wellen sei Wasser in den Maschinenraum des Schiffs gelangt, wodurch es unmöglich geworden sei zu manövrieren. „Die Fenster sind zersprungen“, erklärte Seenotretter David, der betonte, dass nur Profis an Bord gewesen seien. De la Gorce bezeichnete die Einsatzbereitschaft der Seenotretter als „nobel.“ „Sie dachten nicht an sich selbst, sie sagten: ‘Wir fahren los‘.“ In seiner Erklärung verglich der SNSM-Präsident die Seenotretter mit den Feuerwehrleuten, die beim Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April ihr Leben im Einsatz riskiert hatten.

Das Schiff der Seenotrettung galt eigentlich als unsinkbar und für jedes Wetter geeignet. Drei Hubschrauber und rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um nach den Leichen zu suchen. Noch nicht gefunden wurde bisher auch das in Seenot geratene Schiff, das die SNSM-Helfer bei ihrem Einsatz am Freitag gesucht hatten.

Inzwischen hat sich die Lage nach dem Sturmtief „Miguel“ in Frankreich wieder beruhigt. Am Samstagvormittag waren noch 28.000 private Haushalte im Nordosten des Landes ohne Strom. Am Freitag war in Paris ein Mann lebensgefährlich verletzt worden, als er von einer umgestürzten Straßenlaterne erfasst wurde.

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