07.06.2019 17:37 |

Vorfall im Pazifik

Russisches und US-Kriegsschiff beinahe kollidiert

Zu einem Beinahe-Zusammenstoß eines russischen Zerstörers mit einem US-Kriegsschiff ist es am Freitag im Pazifik gekommen. Die Siebente Flotte der US-Marine und die russische Pazifikflotte machen sich gegenseitig für den gefährlichen Vorfall in der Philippinensee verantwortlich.

Nach US-Angaben kam der russische Zerstörer Admiral Winogradow bis auf etwa 15 bis 30 Meter an den amerikanischen Lenkwaffenkreuzer USS Chancellorsville heran. Die US-Marine teilte mit, die USS Chancellorsville sei mit gleichbleibender Geschwindigkeit auf konstantem Kurs gewesen, als die Admiral Winogradow beschleunigt habe und auf eine gefährliche Nähe herangekommen sei. Damit seien die Sicherheit der Besatzung und des amerikanischen Schiffes gefährdet worden. Die Chancellorsville habe alle Maschinen auf volle Kraft zurückstellen und ausweichen müssen, um eine Kollision zu verhindern.

Die russische Pazifikflotte berichtete laut der Nachrichtenagentur TASS dagegen, dass die Chancellorsville plötzlich ihren Kurs geändert und der Admiral Winogradow rund 50 Meter vor dem Bug den Weg abgeschnitten habe. Der russische Zerstörer sei deshalb zu einem Notfall-Ausweichmanöver gezwungen worden. Laut TASS habe die Pazifikflotte Protest beim zuständigen US-Kommando eingelegt.

Russland bezeichnet US-Verhalten „inakzeptabel“
Die US-Marine warf der russischen Seite vor, sich „unsicher und unprofessionell“ verhalten zu haben. Russland nannte dagegen das amerikanische Verhalten „inakzeptabel“. Nach russischen Angaben kam es zu dem Vorfall, als ein Verband der Pazifikflotte und ein Flugzeugträgerverband der US-Marine auf parallelem Kurs unterwegs waren.

Russische und US-Militärs beschuldigen sich regelmäßig gegenseitig, für gefährliche Flug- oder Schiffsmanöver verantwortlich zu sein. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist stark angespannt, unter anderem wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der Unterstützung der rivalisierenden Seiten im Bürgerkrieg in Syrien.

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