07.06.2019 19:43 |

Offizieller Rücktritt

Theresa May gab ihr Amt als Parteichefin ab

Die britische Premierministerin Theresa May ist am Freitag nach knapp drei Jahren offiziell von ihrem Posten als Parteichefin der Konservativen zurückgetreten. Sie informierte die Tories auf unspektakuläre Weise durch einen Brief formell darüber. Angekündigt hatte sie den Rücktritt bereits vor zwei Wochen. Gleichzeitig beginnt die Ausschreibung für einen Nachfolger. Der Sieger des mehrstufigen Prozesses soll bis Ende Juli feststehen - und wird May dann auch an der Regierungsspitze ablösen.

Das Feld der Bewerber ist groß und schillernd. Elf Kandidaten haben bisher ihren Hut in den Ring geworfen. Am Montag werden die Nominierungen für Mays Nachfolge entgegengenommen. Der Sieger des mehrstufigen Prozesses soll bis Ende Juli feststehen - und wird May dann auch an der Regierungsspitze ablösen. Bis es so weit ist, bleibt sie kommissarisch als Regierungschefin im Amt.

Ex-Außenminister Johnson als Favorit
Die besten Chancen werden Ex-Außenminister Boris Johnson eingeräumt. Der umstrittene Politiker ist zwar als Chefdiplomat in viele Fettnäpfchen getreten. Ihm wird aber zugetraut, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, wieder zurückzugewinnen. Auch der sehr gut vernetzte Umweltminister Michael Gove hat viele Unterstützer.

May hatte es nicht geschafft, das Parlament auf einen gemeinsamen Brexit-Kurs einzuschwören. Sie war mit ihrem Brexit-Deal drei Mal im Unterhaus durchgefallen. Einige der Bewerber wollen nun das gescheiterte Abkommen mit Brüssel nachverhandeln und im Zweifel auch ohne Deal austreten. Die Frist für den EU-Austritt wurde inzwischen zwei Mal verlängert, sie endet nun am 31. Oktober.

Druck von der rechten Seite
Die Konservativen stehen seit der Europawahl Ende Mai heftig unter Druck von der rechten Seite. Die neue Brexit-Partei von Nigel Farage hatte es mit knapp 32 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur stärksten Kraft geschafft. Die Tories wurden abgestraft und kamen nur noch auf rund neun Prozent.

Bei seinem Staatsbesuch in dieser Woche hatte sich US-Präsident Donald Trump bereits mit mehreren der möglichen Nachfolgern Mays getroffen. Er bescheinigte - entgegen allen diplomatischen Gepflogenheiten - Johnson ausgezeichnete Fähigkeiten für das Amt des Partei- und Regierungschefs. Die USA und Großbritannien streben ein großes Handelsabkommen nach dem EU-Austritt an.

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