Nach Schiffsunglück

Leiche 100 km von Budapest entfernt gefunden

Ausland
04.06.2019 08:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fünf Tage nach dem Zusammenstoß eines Ausflugsschiffes mit einem Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau in Budapest sind zwei weitere Leichen geborgen worden - eine davon 100 Kilometer flussabwärts. Das bestätigte die ungarische Polizei am Montag. Damit steigt die Zahl der Todesopfer nach dem Unglück auf neun. Nur sieben der 35 Menschen an Bord konnten gerettet werden, 19 werden noch vermisst.

Die beiden Schiffe waren am Mittwochabend im strömenden Regen auf einem bei Touristen beliebten Abschnitt der Donau kollidiert. Das kleine Boot mit 33 südkoreanischen Passagieren und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord sank innerhalb weniger Sekunden.

Taucher unermüdlich im Einsatz
 Südkoreanische Taucher konnten am Montag mithilfe ungarischer Kollegen einen weiteren Leichnam an die Oberfläche bringen, wie die Polizei mitteilte. Nach einer Stunde unter Wasser hätten die Taucher die Leiche einer Frau im Außenbereich des Boots gefunden, berichteten südkoreanische Medien. Die zweite Leiche wurde Polizeiangaben zufolge 100 Kilometer flussabwärts in der Ortschaft Harta entdeckt.

Bergung oder Tauchgang im Inneren?
 Unterdessen sind Retter uneins darüber, ob zuerst das Wrack des Ausflugsschiffes mithilfe eines Krans geborgen oder zunächst das Innere komplett durchsucht werden soll. Einerseits sind Tauchgänge innerhalb des Wracks aufgrund der schlechten Sicht, der starken Strömung und des hohen Wasserstands für die Taucher sehr gefährlich. Andererseits würde es wohl Tage dauern, um einen geeigneten Kran an die Unglücksstelle zu bringen.

Janos Hajdu, Leiter des ungarischen Rettungskommandos, sagte: „Bis klar ist, welcher Ansatz besser ist, werden wir beide parallel verfolgen.“ In das in neun Meter tiefe liegende Wrack einzudringen sei aber derzeit „strengstens“ verboten.

Dankesworte an Österreichs Cobra-Einheit
 Hajdu bedankte sich bei der unterstützenden österreichischen Cobra-Einheit, die eine spezielle Sonartechnik zur Verfügung gestellt hatte. Diese Technik habe die genaue Ortung des Wracks ermöglicht.

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