Thierry Henry hat Titelverteidiger Frankreich ins EM-Viertelfinale und zum Duell mit Otto Rehhagels Hellenen geführt. Mit seinen ersten Länderspiel-Toren (76./84.) seit November 2003 sorgte der Torjäger von Arsenal London am Montagabend in Coimbra für den hart erkämpften 3:1 (1:1)-Sieg der "Equipe Tricolore" über den krassen Außenseiter Schweiz, durch den der EM-Champion als Sieger der Gruppe B sich nun am Freitag in Lissabon in der Runde der letzten Acht mit Griechenland auseinander setzen darf und Gastgeber Portugal aus dem Weg geht.
Vor 30 000 Besuchern im Estadio Cidade hatteZinedine Zidane (20.) die auch im 21. Spiel in Serie unbesiegtenFranzosen in Führung gebracht. Jungstar Johann Vonlanthen(26.) schaffte mit dem ersten Tor der Eidgenossen bei dieser EM-Endrundeden zwischenzeitlichen Ausgleich für die wackeren Schweizer.
Franzosen zunächst mit Sturmlauf Mit Willy Sagnol an Stelle von William Gallas aufder rechten Seite der Vierer-Abwehrkette begannen die Franzosenihren erwarteten Sturmlauf. David Trezeguet bot sich nach nur35 Sekunden die erste Möglichkeit. Doch bei knapp 30 Gradagierten die "Blauen" in der Folge behäbig, so dass die Schweizerimmer frecher wurden. Und sie suchten mit einem neuen Angriffihre letzte Chance: Neben dem von der UEFA vor dieser Partie vonder EM ausgeschlossen Alexander Frei, der am Donnerstag den EngländerSteven Gerrard angespuckt hatte, fehlte Stephane Chapuisat. DerEx-Dortmunder saß beim Anpfiff auf der Bank und wurde vondem erst 18-jährigen Vonlanthen vertreten.
Führungstreffer durch Zidane Für erste gefährliche Aktionen bei denEidgenossen war Hakan Yakin zuständig. Der Bundesliga-Profides VfB Stuttgart spitzelte das Leder erst am Tor vorbei (10.),dann scheiterte er mit einem tollen 25-m- Freistoß an TorhüterFabien Barthez (15.) und wurde danach im letzten Moment von LiliamThuram gestoppt (19.). Bei den Franzosen war es mal wieder Zidane,der Robert Pires' Ecke per Kopf vor dem zu spät aus dem Torgeeilten Jörg Stiel seinen dritten EM-Treffer markierte.
Schweizer gleichen aus Doch die Freude über die Führung währtenicht lange. Ricardo Cabanas nutzte Mikael Silvestres Abspielfehlerzum Steilpass auf den pfeilschnellen Vonlanthen, der eiskalt vollendete.Der in Kolumbien geborene Stürmer löste damit den knappdreieinhalb Monate älteren Engländer Wayne Rooney alsjüngsten Torschützen der EM-Geschichte ab. Die Franzosenhatten nun erst recht Schwierigkeiten damit, ihr Phlegma abzulegen.Heraus kam bei den Aktionen meist brotlose Kunst und nur einegute Chance vor der Pause durch Thierry Henry (44.).
Henry erlöst Franzosen Auch nach Wiederanpfiff gelang dem EM-Champion nichtviel. Der für den angeschlagenen Sagnol eingewechselte Gallassorgte zwar für etwas mehr Druck über die rechte Seite,doch nur Einzelaktionen wie die von Pires (62.) brachten Gefahr.Selbst Superstar Zidane, dem besten Akteur in einem enttäuschendenfranzösischen Team, unterliefen ungewohnte Stopp- und Abspielfehler.Erst Henry erlöste die "Grand Nation" per Doppelschlag mitseinen lang erwarteten ersten Treffern. Zuletzt hatte er im vorigenNovember gegen Deutschland getroffen.
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