24.05.2019 07:21 |

Lungau

Viel Wirbel um Windenergie im Alpenraum

Im Lungau dreht sich alles um Windräder - genauer gesagt um die Frage, ob die sich dort drehen sollen oder nicht. Eine richtungsweisende Entscheidung dazu sollen am 15. Juni die 15 Ortschefs treffen. Davor werden Experten über Vor- und Nachteile informieren. Die Bevölkerung im Lungau ist zwiegespalten.

Salzburgs Hoffnung aufsauberen Strom aus Windenergie ruht im Lungau. Etwa zwei Drittel der für Windanlagen ausgewiesenen Flächen fallen in den Bezirk Tamsweg. Den ersten Schritt hätten eigentlich acht Windräder am Fanningberg in der Gemeinde Weißpriach machen sollen, doch dann wurde der Gegenwind zu heftig. Nach hitzigen Debatten zwischen Befürwortern und Gegnern, will der Regionalverband nun eine zukunftsweisende Grundsatzentscheidung treffen. Die 15 Ortschefs sollen darüber abstimmen, ob sich zukünftig Windräder im Lungau drehen dürfen.

Aber wie sieht aktuell die Stimmung in der Salzburger Bevölkerung aus? Das Meinungsforschungsinstitut Jaksch und Partner befragte im Auftrag der IG Windkraft 225 Personen: Davon sprechen sich 75 Prozent für den Ausbau von Windenergie im Bundesland aus. Nur 13 Prozent befürchten durch den Ausbau der Windkraft negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität, etwa durch Einbußen im Tourismus.

Ein Skigebiet in der Steiermark macht’s vor

Dass Tourismus im Einklang mit Windrädern existieren kann, beweist ein Beispiel aus der Steiermark. Friedl Kaltenegger ist Betreiber des Windparks und Skigebiets Salzstiegl, für ihn überwiegen die Vorteile: „Wir haben mehr Strom für unsere Skilifte und Beschneiungsanlagen – den Touristen gefällt es, dass sie energiesauberen Wintertourismus erleben.“

Alpenverein fürchtet um Umwelt und Tourismus

Der Alpenverein Lungau ist davon nicht überzeugt. Obmann Willi Esl möchte Windräder im Lungau verhindern, weil „sie bei uns in den Bergen nicht hinpassen.“ Er fürchtet um das natürliche Landschaftsbild und dadurch Einbußen im Tourismus. „Erneuerbare Energie Ja - sie soll aber nicht unsere Landschaft zerstören. Da muss man Prioritäten setzen und andere Wege im Einklang mit der Natur gehen.“

Regionalverbandsobmann Manfred Sampl will am 15. Juni keine leichtfertige Entscheidung treffen. Er lädt Experten aus den Bereichen Umwelt, Technik, Energie und Vertreter der UNESCO ein, damit sich die 191 Gemeindevertreter ihr eigenes Bild machen können. „Auch der Lungau trägt Verantwortung für Salzburgs saubere Energiezukunft. Ob die aus Windenergie besteht, werden die Bürgermeister entscheiden. Ein Ja oder Nein alleine ist aber zu wenig, da braucht es eine gemeinsame und faire Strategie auf das ganze Land aufgeteilt“, betont Sampl.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger

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