18.05.2019 08:51 |

Gewalt an Schulen

43% fordern mehr Strafmöglichkeiten für Lehrer

Es vergeht kaum ein Tag ohne Meldungen über Konflikte, Mobbing und Gewalt an den heimischen Schulen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass 43 Prozent der Österreicher mehr Strafmöglichkeiten sowie Durchgriffsrechte für Lehrer und Direktoren als sinnvollste Maßnahme gegen die Gewalt an den Schulen erachten. Weitere 23 Prozent wünschen sich mehr rechtliche Konsequenzen für die Eltern gewalttätiger Schüler.

Knapp ein Viertel (exakt 24 Prozent) der 500 Befragten ist laut der vom Meinungsforschungsinstitut Unique Research für das „profil“ durchgeführten Umfrage hingegen der Ansicht, es brauche mehr Sozialarbeiter und Psychologen an Schulen. 23 Prozent wünschen sich rechtliche Konsequenzen für die Eltern von gewalttätigen Schülern, während drei Prozent der Befragten keine dieser Maßnahmen für sinnvoll halten. Sieben Prozent machten dazu keine Angabe.

Erst am Freitag war - nach einer Reihe von Vorfällen an Schulen, bei denen Schüler auf Lehrer losgegangen sind - ein Fall aus der Steiermark bekannt geworden, bei dem diesmal der Pädagoge Grenzen überschritten hat: Ein 62-Jähriger steht im Verdacht, einem acht Jahre alten Buben im Unterricht mit der Hand ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Lehrer wurde angezeigt.

Lehrer in Oberösterreich mit Schere bedroht
Am Donnerstag war es in der Linzer Europaschule, einer NMS, zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Ein türkischer Bub hatte im Ethikunterricht einen Pädagogen mit einer Schere bedroht. Doch auch die Mutter des Kindes legte nach dem Vorfall kein positives Verhalten an den Tag. Vielmehr beschwerte sie sich, weil die Lehrer die Polizei geholt hatten. Sie muss nun wegen ihres aggressiven Verhaltens gegenüber den Beamten mit einer Anzeige rechnen.

Zudem hatte am Mittwoch ein 17-jähriger Schüler in der Linzer Karlhofschule eine Klassenkollegin (16) gewürgt und einen 14-Jährigen Mitschüler mit einem Messer bedroht (siehe auch Video unten). Er ist suspendiert.

Gewalttaten an Schulen um 13,5 Prozent gestiegen
Aktuelle Zahlen des Innenministeriums machen deutlich, dass die Sorgen vor einer steigenden Gewalt an Österreichs Schulen nicht unberechtigt sind: Die Gesamtzahl der angezeigten Gewalttaten an den Bildungseinrichtungen ist im Vorjahr im Vergleich zu 2017 um 13,5 Prozent gestiegen, wie aus den vorläufigen Daten des Ministeriums hervorgeht.

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