10.05.2019 07:43 |

BVT ermittelt

Cyberangriff sorgt für Wahlkartenprobleme in Wien

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die App „Digitales Amt“ offenbar Hunderte Wahlkarten-Anträge für die EU-Wahl nicht an die ausführenden Behörden weitergeleitet hat. Offenbar nicht die einzige Panne, denn einem Bericht zufolge sorgt ein massiver Cyberangriff auf Server der Stadt Wien bereits seit Tagen für Verzögerungen beim Ausstellen der Wahlkarten - weshalb nun sogar das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) ermittelt.

„Bei uns ist eine Anzeige der Stadt Wien eingegangen zu der Thematik“, bestätigte am Donnerstag Innenministeriumssprecher Christoph Pölzl. Die Frage, ob jetzt das BVT ermittle, beantwortete er mit „Ja“. Über den Inhalt der Sachverhaltsdarstellung müsse man die Gemeinde Wien, deren Website zwischenzeitlich ebenfalls nicht erreichbar war, befragen.

Server durch DDoS-Angriff lahmgelegt
Die meldete sich schließlich am Donnerstagabend zu Wort: Laut Magistratsdirektion wurden die Computerausfälle nicht durch einen Hackerangriff verursacht. Es sei ein sogenannter DDoS-Angriff (eine spezielle Art der Cyberkriminalität; Anm.) gewesen, bei dem die Server mit einer Vielzahl von Anfragen aus dem Netz so bombardiert werden, dass sie zusammenbrechen. Durch die automatisierte Attacke wurden die die Systeme lahmgelegt, so eine Sprecherin.

Wahlkartenanträge händisch bearbeitet
Anders als bei einem Hackerangriff seien somit auch keine Daten gestohlen worden. In den vergangenen Tagen habe es verstärkt Angriffe gegeben, die immer wieder zu Systemeinschränkungen geführt hätten, so die Sprecherin. Am Dienstag seien diese dann „kumuliert“ und hätten das System für rund eineinhalb Stunden lahmgelegt, wodurch es etwa zu Verzögerungen beim Ausstellen der EU-Wahlkarten kam. „Aber alle, die aufs Amt gekommen sind, haben eine Wahlkarte erhalten“, erklärte die Sprecherin, die Anträge seien händisch bearbeitet worden.

Lange Wartezeiten an den Schaltern
Laut Angaben der „Presse“ hätte „als einer der Ersten“ der Bezirksvorsteher von Döbling, Daniel Resch (ÖVP), das Problem bemerkt: „Wir hatten plötzlich lange Schlangen und Wartezeiten bei den Schaltern zur Ausstellung von Wahlkarten für die EU-Wahl.“ Das System sei instabil gewesen. Aus anderen Bezirken habe er Ähnliches gehört.

 krone.at
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