07.05.2019 10:01 |

Interview

Auinger: „Ich war nie angezählt“

Die SPÖ verlor bei der Gemeinderatswahl 6,2 Prozent der Stimmen und erstmals die Mehrheit an die ÖVP. Spitzenkandidat Bernhard Auinger unterlag bei der Bürgermeister-Stichwahl gegen Harald Preuner (ÖVP). Die Wunden nach der Niederlage sind geleckt – jetzt blickt die Stadt-SPÖ wieder nach vorne.

Wie ist das Gefühl, wenn ab morgen die SPÖ nicht mehr stärkste Partei ist?

Ich freue mich nach einem langen, anstrengenden Wahlkampf auf die inhaltliche Arbeit. Natürlich wird es schwieriger, weil Mehrheiten nur mehr mit der ÖVP möglich sind. Aber ich habe mich Herausforderungen schon immer gerne gestellt.

Sie waren nach den Parteiengesprächen sehr zufrieden. Sind Sie der Sieger?

Ich glaube, dass jeder mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Es ist kein Geheimnis, dass ich mein Wunschressort habe – Sport, Kultur, Bildung und Kinderbetreuung sind meine Herzensangelegenheiten. Dass ich die öffentlichen Betriebe dazu bekommen habe, ermöglicht effizienteres Arbeiten. Wichtig ist für uns auch, dass Soziales weiter in unserer Hand ist. Wir sind sehr, sehr zufrieden, sehen uns aber weder als Gewinner noch als Verlierer.

Es gibt innerhalb der SPÖ Kritik – vor allem an der Wohnungspolitik. Wie gehen Sie damit um?

Es wird interne Termine geben, bei denen sich Vieles aufklären lässt. Kritik ist in der SPÖ immer erlaubt. Wir nehmen sie auch ernst. Ich halte viel davon, intern zu diskutieren. Warum sollte ein Fahrgast in einen Bus steigen, in dem hinter dem Fahrer welche stehen, die den Fahrer auf die Seite räumen wollen? Es ist für das Vertrauen nicht gut, wenn öffentlich diskutiert wird – das gilt vom Bund über das Land bis in die Stadt.

Stadträtin Anja Hagenauer sitzt fest im Sattel?

Sie ist Teil meines Teams und hervorragende Sozialpolitikerin. Sie weiß selbst, dass sie das eine oder andere Mal rausschießt. Das ist ihr Naturell. Aber sie kann auch Kritik einstecken und stellt sich der Diskussion.

Sind oder waren Sie persönlich angezählt?

Ich war nie angezählt. Ich hatte immer das Vertrauen der Landes- und Stadtpartei und Vorfeldorganisationen. Dass es mir persönlich nach der Wahl nicht so gut ging, wird jeder verstehen, Politiker sind auch nur Menschen. Aber ich habe keinen einzigen Tag an Rücktritt gedacht.

Was ist Ihr nächster großer politischer Brocken?

Das Bildungsbauprogramm. 200 Millionen Euro sollen in den nächsten 13 Jahren in unsere Bildungseinrichtungen fließen – von den Krabbelstuben bis in die Neuen Mittelschulen. Ich habe alle Schulen besucht und glaube, es besteht akuter Handlungsbedarf, auch weil Mittlerweile schon rund 50 Prozent der Kinder den ganzen Tag in der Schule sind.

Sollen die Volksschulen in Lehen im Paumannpark neu gebaut werden?

Nein, das war eine von vielen Flächen, die wir geprüft haben. Wir werden das Projekt jetzt am bestehenden Standort weiterentwickeln. Das bedeutet natürlich Containerklassen. Ich werde vier Varianten vorlegen – von der Sanierung bis zum Neubau. Meine Präferenz ist der Neubau in Holzbauweise. Das würde die Bauzeit um ein Jahr verkürzen und uns Geld sparen. Ich hoffe, dass es dafür eine Mehrheit gibt.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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