Do, 23. Mai 2019
26.04.2019 08:40

TU Graz feiert

Seit 100 Jahren erobern Steirerinnen die Technik

Im Jahr 1919 - also vor genau 100 Jahren - kam der Erlass, der heute als selbstverständlich gilt. Frauen durften erstmals an der technischen Universität in Graz inskribieren. Der Ansturm hielt sich lange Zeit in Grenzen, heute sind es über 100 Absolventinnen pro Jahr.

Wir schreiben den April 1919: Otto Glöckel, Staatssekretär für Unterricht, ermöglicht Frauen erstmals den Zugang zu technischen Studien in Österreich. 100 Jahre ist das mittlerweile her, der Moment wirkt aber bis heute nach.

In den Hörsälen der TU Graz - damals noch Technische Hochschule (TH) - gab es nach dem Erlass nur sehr wenige Studentinnen. Bis 1960 blieben die jährlichen Zahlen an Absolventinnen im einstelligen Bereich, erst ab 1980 stieg die Zahl kontinuierlich. Mittlerweile zählt die TU Graz über 7000 Absolventinnen. Von den rund 15.000 belegten Plätzen heute entfallen etwa 25 Prozent auf Frauen.

„Die Zulassung von Frauen zum Studium an technischen Hochschulen war ein weiterer logischer und notwendiger Schritt hin zur Gleichstellung von Frauen und Männern“, sagt Harald Kainz, Rektor der TU Graz. „Es hat die Welt der Technik und Naturwissenschaften definitiv vielfältiger, bunter und abwechslungsreicher gemacht - damals wie heute.“

„Karrierechancen sind hervorragend“
Frauen in technischen Berufen sieht er nicht als Herausforderung, „denn die Karrierechancen für Technikerinnen sind hervorragend“, so Kainz. „Die Herausforderung besteht nach wie vor eher darin, Mädchen für eine technische Ausbildung oder ein technisches Studium zu gewinnen.“ Dazu brauche man immer noch einen Wandel gesellschaftlicher Berufsbilder und viele weibliche Vorbilder in technischen Berufen.

Absolventinnen damals und heute
Eine davon könnte Martha Spiera sein. Sie war die erste Absolventin der TU Graz. Am 13. Jänner 1923 schloss sie ihr Chemiestudium mit sehr gutem Erfolg ab. Nach ihrem dreijährigen Studium arbeitete sie unter anderem als Chemikerin in Budapest.

Mehr als 20 Jahre danach kam es zu einer weiteren Premiere in Graz. Lorle Herdey war ab 1945 die erste Lehrerin an der TU Graz. Nach ihrem Architekturstudium unterrichtete sie als erste Frau am Institut für Baukunst und Entwerfen.

Aber auch heute gibt es zahlreiche Absolventinnen, die nach ihrem Studium in Graz einiges erreicht haben. Johanna Pirker ist Informatikerin und schaffte es jüngst auf die Forbes-Liste der Besten „30 unter 30“. Cornelia Kawann promovierte als erste Doktorin der Elektrotechnik der TU Graz und ist heute bei der Eidgenössischen Elektrizitätskommission in Zürich tätig.

100 Jahre Geschichte in einer Ausstellung
Derzeit sind rund 25 Prozent der Studenten der TU Graz weiblich. Bildungslandesrätin Ursula Lackner glaubt, dass der Anteil weiter steigen wird: „Ich erwarte tatsächlich, dass sich noch mehr Frauen für ein technisches Studium entscheiden werden und sich zutrauen, in diesen Berufsfeldern Karriere zu machen.“ Die Öffnung vor 100 Jahren sei ein wichtiger erster Schritt hin zur Gleichstellung gewesen.

Im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre Frauenstudium an der TU Graz“ sollen noch weitere erfolgreiche Absolventinnen vorgestellt werden. Eröffnet wird sie am 10. Mai im Foyer der Alten Technik. Die Ausstellung widmet sich außerdem einem historischen Querschnitt des Frauenstudiums an der TU.

Marco Steurer
Marco Steurer

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