17.03.2010 15:56 |

"Oceans"

"Unsere Ozeane" - der Reichtum der Weltmeere

Am Anfang dieser großen Dokumentation steht die Frage eines kleinen Kindes: "Was ist ein Ozean?" Die beiden Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud geben mit ihrem Film eine so beeindruckende wie nachdenklich stimmende Antwort. Nach "Nomaden der Lüfte - Das Geheimnis der Zugvögel" durchleuchten die französischen Filmemacher nun den unglaublichen Reichtum der Weltmeere.

Vier Jahre befanden sie sich dafür mit einem Team von Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern auf Entdeckungsreise, erkundeten 54 verschiedene Drehorte. Von Cornwall über die Lofoten und Neukaledonien bis hin zu den Azoren und der argentinischen Halbinsel Valdés.

Eine höchst agile Kamera ist dabei stets dicht dran und immer mittendrin im Getümmel und Gewühl der Artenvielfalt, die dieser Film gleichsam kaleidoskopartig vor unserem Auge auffächert: Quallen, die sich zu schillernden Unterwassergemälden gruppieren, magische Bilder von sich vereinenden Fischschwärmen, majestätisch durchs blaue Nass schwebende Wale, die, von unten gefilmt, an riesige Raumschiffe erinnern, grazile Delfinschulen sowie ganze Krebsarmeen. Friedliche, pflanzenfressende Seekühe auf der einen, Robben jagende Orcas auf der anderen Seite.

Selbst wenn man ähnliche Szenen teils aus Fernsehdokumentationen kennen sollte, vermag das Werk doch ein ungleich eindringlicheres, ungleich anschaulicheres Bild unserer Ozeane zu zeichnen: Einer Welt, die ob ihrer archaischen Eleganz und Schwerelosigkeit an nicht wenigen Stellen des Films wie ein fremdes Universum anmutet. Nicht zuletzt fasziniert "Unsere Ozeane" auch dank seiner großartigen Tonqualität. Kaum je zuvor hat man Tier- und Naturgeräusche im Kino in so brillantem Sound vernehmen dürfen.

Seine nachhaltige Wirkung entfaltet der Film vor allem dadurch, dass Jacques Perrin und Jacques Cluzaud auch die Verschmutzung und Zerstörung der Weltmeere nicht ausklammern, vielmehr für deren ungeheuren, dabei längst prekären Reichtum sensibilisieren.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: An 54 Unterwasserdrehorten - vom englischen Cornwall bis etwa Französisch-Polynesien - werden die Geheimnisse der Schöpfung in den Tiefen des Meeres für das menschliche Auge sichtbar. Da durchpflügen Wal-Kolosse stille Gewässer, marschieren Krabben wie eine riesige Armee über den Sand, leuchten bizarr-bunte Wesen zwischen Korallenriffen. Doch auch die Zerstörung des blauen Paradieses durch den Menschen spart diese Doku nicht aus. Eine fantastische Reise in eine schwerelose Wunderwelt, komponiert wie eine Symphonie in mehreren Sätzen und sprachlich dezent unterlegt, ohne die Magie der Bilder zu überfrachten.

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