11.04.2019 15:18 |

Große Übung am Freitag

Brand, Flucht, Rettung: Eisenerz probt Ernstfall

Im obersteirischen Eisenerz nimmt das Zentrum am Berg (ZaB) der Montanuni Leoben langsam Gestalt an. Zugleich war für Donnerstag und Freitag eine internationale Grubenrettungsübung angesetzt: Dabei kommt es im ZaB zu einem Brand, Teilnehmer flüchten in die Stollen und sollen geborgen werden. Im Einsatz werden Rettungseinheiten aus Österreich, Deutschland und Polen sein.

Am Donnerstag gab es für die Teilnehmer Workshops im Innerberger Gewerkschaftshaus in Eisenerz (Bezirk Leoben) zum Thema „Einsatzleitung“ mit Planspielen in zwei Gruppen zu den Lagen „Aktiver Bergbau“ sowie „Schaubergwerk“. Rund 100 Kräfte aus Deutschland, Österreich und Polen nahmen daran teil. Die praktische Übung war für Freitag angesetzt. Dafür wurde der österreichische Grubenrettungs- und Schaubergwerkstag mit der jährlichen Grubenwehr-Hauptübung zusammengelegt.

Drei Nationen
Bei der Übung sind rund 160 Kräfte im Einsatz, darunter je ein Trupp (ein Kommandant und vier Mann) der Grubenwehr des Salzbergwerks Berchtesgaden und der Wismut GmbH aus der Sächsischen Schweiz sowie ein Trupp der polnischen Grubenrettungsleitstelle in Schlesien. Mit zwei Bundesheer-Hubschraubern werden bei der Übung vier weitere Trupps eingeflogen. Simuliert wird ein Brand mit einem Diesel-Benzin-Gemisch, wie Robert Galler von der Montanuni im Stollen des Zentrums am Berg sagte. Geübt werden soll auch die Handhabung der Ventilatoren, die von der Asfinag gestellt und im Zentrum verwendet werden - um die richtige Entlüftung des Stollens von Rauchgasen zu trainieren.

Weitere Übung im September
Galler zufolge sind im Zentrum am Berg bereits 400 Meter Röhre, dazu zwei Mal 400 Meter Autobahntunnel gebaut. Der Eisenbahntunnel für Übungs- und Forschungszwecke werde im Juni fertig sein, alle Installationen werden laut Katastrophenschutzreferent LH-Stv. Michael Schickhofer (SPÖ) im September finalisiert. Galler berichtete, wenn alles fertig sei, könne man tatsächliche Echtbrandversuche vornehmen. „In echten Tunnels können wir das nicht, da müssten wir nachher ein halbes Jahr sanieren“, sagte Galler. Die internationale Zusammenarbeit sei unschätzbar, sagte Michael Heilmeier von der Hauptstelle für das Gruben- und Gasrettungswesen. Im September soll es eine weitere große Katastrophenschutzübung hier geben.

Die Bürgermeisterin der 4.000-Einwohner-Gemeinde Eisenerz, Christine Holzweber (SPÖ), sagte zur Begrüßung der Einsatzkräfte: „Das Übungsareal am Erzberg wurde ja für Einsatzorganisationen und das Rote Kreuz geschaffen. Davon profitieren die Region und die Stadt. Das heißt, es sind Menschen da, die Stadt ist belebt und das wichtigste - die Übung kann Leben retten.“ Eisenerz litt wegen des rückläufigen Bergbaus lange an Abwanderung.

Für LH-Stv. Schickhofer gibt es „nichts Wichtigeres als Menschen, die das Know-how haben, andere zu retten und zu bergen“. Mit der Gemeinde, der Montanuni und den Einsatzorganisationen habe man entschieden, hier ein Sicherheitskompetenzzentrum einzurichten. „Das Zentrum am Berg bietet hervorragende Voraussetzungen, inklusive des Rettungstrainingszentrums für das Rote Kreuz. Mit Eisenerz geht es endlich wieder aufwärts“, sagte Schickhofer. Um die entsprechende Infrastruktur zu schaffen, würden in der alten Münichtal-Siedlung rund tausend Betten geschaffen, um Übende und Einsatzkräfte unterzubringen.

Das alte Eisenerzer Spital soll bis September ein modernes Übungskrankenhaus werden, um die gesamte Rettungskette trainieren zu können. Die Einrichtung sei noch in gutem Zustand, nicht mehr benötigte Spitalsbetten könnten etwa über die KAGes beschafft werden.

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