08.04.2019 15:21 |

„Szene ist nervös“

Schutzzonen in Grazer Parks: Bereits 28 Festnahmen

Einen Monat nach Einrichtung der Schutzzonen im Grazer Volksgarten und im Metahofpark zog die Polizei am Montag Bilanz: „Äußerst erfolgreich und zielführend, eine sehr positive Sache“, sagte Landespolizeidirektor Gerald Ortner. Es gab 28 Festnahmen, 170 Betretungsverbote und 138 Sicherstellungen von zumeist Drogen. „Die Szene ist nervös, und das gefällt uns sehr gut“, so ein leitender Ermittler.

Ortner erinnerte daran, dass die Schutzzonen in erster Linie nicht zur Zerschlagung der gesamten Drogenkriminalität eingerichtet wurden: „Es geht darum, Minderjährige vor Straftaten zu schützen, für die Bevölkerung sichtbar die Kriminalität zu bekämpfen und das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken.“ 

Bei den Betretungsverboten habe man nur vier Personen registriert, die dagegen verstoßen haben, diese müssten mit saftigen Geldstrafen rechnen. Bei den Sicherstellungen wurden 120 im Bereich Drogen registriert, davon 1,5 Kilogramm Marihuana sowie geringe Mengen an Ecstasy, Kokain, Speed sowie verschiedene Substitute. Achtmal wurde mutmaßliches Drogengeld konfisziert, zwei Mal Waffen wie Schlagring und Totschläger sichergestellt. Es habe keine verletzten Beamten gegeben.

Spektakulärste Festnahmen außerhalb der Schutzzonen
Die 28 Festnahmen betrafen 13 Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz, acht nach dem Strafgesetz, fünf nach dem Fremdenpolizeigesetz und zwei nach dem Verwaltungsrecht. Die beiden spektakulärsten Festnahmen waren außerhalb der Schutzzonen, seien aber im Zusammenhang mit Fahndungsmaßnahmen gestanden, sagte der Leiter des Kriminalreferates im Stadtpolizeikommando, Oberstleutnant Gerhard Lachomsek.

Einer sei ein 19-jähriger Tschetschene gewesen, der einen Raubüberfall auf dem Kerbholz hatte und im Bezirk Andritz von Beamten der Schutzzonen-Überwachung festgenommen wurde. Der andere war ein 47-Jähriger aus dem Bezirk Weiz gewesen, der am Hauptplatz mit rund 300 Substitol-Tabletten geschnappt wurde.

Tafeln werden beschädigt
Die Szene sei mittlerweile zersplittert und habe sich in Hinterhöfe verlagert. Man habe 84 Punkte unter Beobachtung, hieß es. Nach wie vor gebe es aber Vandalismus gegen die an den Parkzugängen aufgehängten Verordnungen der Schutzzonen.

Meiste Betretungsverbote gegen Afghanen
Von den 170 Betretungsverboten entfielen mit Stand 1. April 36 Prozent auf Afghanen, 23 Prozent auf Österreicher. Danach kämen Personen aus Somalia, der Russischen Föderation, Rumänien oder Nigeria.

Die Schutzzonen hätten auch anderweitig erfreuliche Auswirkungen, sagte ein Ermittler. Es gebe auch Kontrollen in Lokalen, z. B. in Bezug auf Alkoholausschank an Jugendliche. Mittlerweile würden sich Wirte selbst melden, wenn ihnen etwa Drogenaktivitäten auffielen. Auch hätten die Hinweise aus der Bevölkerung zugenommen.

„Die Szene ist nicht zerschlagen, das wäre ein Mythos, aber wir haben Maßnahmen gesetzt. Wir registrieren auch massive Gegenobservationen der Drogenszene“, sagte der Kriminalist sichtlich erfreut. Das sei aber sehr gut, das sei schließlich für die Gegenseite auch personalintensiv.

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