15.04.2019 06:00 |

Rundum attraktiv

Wohnen mit Weitblick: Ab in die Vorstadt!

Das Einzugsgebiet von Wien zieht immer weitere Kreise, der sogenannte Speckgürtel rund um Wien wächst in alle Himmelsrichtungen und reicht mittlerweile weit bis ins niederösterreichische Umland. Der Immobilienmarkt reagiert auf die neue Situation.

Dass Immobilien zu den allersichersten Wertanlagen gehören, ist bekannt. Wohnungen, Einfamilienhäuser, Baugrundstücke – bei guter Lage darf man als Eigentümer Jahr für Jahr mit einer netten Wertsteigerung rechnen. Dieses ungeschriebene Marktgesetz gilt im Besonderen auch für das Umland von Wien, den oft zitierten „Speckgürtel“. Die lokalen Experten des weit verzweigten Immobiliennetzwerks RE/MAX erwarten hier auch heuer wieder fast durchwegs Steigerungen: Sowohl bei Nachfrage und Preisen (jeweils plus drei Prozent) als auch beim Immobilien-Angebot (plus 1,2).

Mit dem größten Nachfrageplus wird bei Baugrundstücken gerechnet – bei gleichzeitig zurückgehendem Angebot. Die Folge: bei Grundstücken dürfte sich ein erheblicher Preisdruck auftun. Ein – wenngleich etwas geringerer – Preisanstieg wird auch bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen in besonders guten Lagen erwartet. Für Wohnungen mit freiem Mietzins im Wiener Umland lautet die Prognose: Preisplus von circa zwei Prozent in den besten Lagen, am Stadtrand konstant, in ländlichen Gebieten geht man von einem leichten Rückgang der Preise aus.

Überzogene Preisvorstellungen
„Es ist bereits deutlich zu spüren, dass die Mehrzahl der Immobilienkäufer nicht mehr bereit ist, jeden Preis und vor allem überzogene Preisvorstellungen zu akzeptieren“, erklärt Wilhelm Fetscher, Geschäftsführer von RE/MAX DCI, der mit seinen Partnern Immobilienbüros u.a. in Tulln-Purkersdorf,Korneuburg-Stockerau sowie Mödling-Vösendorf führt.

„Im Süden Wiens – und hier vor allem im Bezirk Mödling – ist bereits ein spürbarer Rückgang sowohl bei der Anzahl der Immobilientransaktionen als auch bei den Preisen festzustellen.“ Für die nächsten Jahre erwartet Fetscher keine nennenswerten Preisanstiege mehr. „Der Speckgürtel dehnt sich bei guter Verkehrsanbindung immer weiter aus, und das Preisniveau von Wien und den guten Lagen im Speckgürtel ist beinahe schon ident. Ist eine entsprechend gute Infrastruktur nicht gegeben, spiegelt sich dies sofort sehr stark bei Nachfrage und Preis.“

Auffallend ist für Fetscher das Überangebot an Mietwohnungen. „Es wurden in den letzten Jahren sehr viele Neubau-Wohnungen - und hier vor allem von Privaten - zur Veranlagung gekauft. Die oft zu optimistischen Mietzins-Vorstellungen sind für viele Mietinteressenten einfach nicht leistbar und auch aufgrund des Überangebots häufig nicht realisierbar.“

Schmerzgrenze ist erreicht
Georg Edlauer, Fachgruppen-Obmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer, stößt ins gleiche Horn. „Diese Entwicklung ist schon seit einigen Jahren zu beobachten. Die preisliche Schmerzgrenze ist an manchen Standorten längst erreicht.“ Zunächst waren da die beliebten Großräume Klosterneuburg und Mödling. Es folgten Korneuburg und Stockerau. Danach Himberg und Schwechat – wobei es hier noch durchaus leistbare und attraktive Angebote zu finden gibt, wie Edlauer anmerkt.

Wohnen in Wien sei immer teurer geworden, also hätten die Leute eben begonnen, etwas außerhalb zu suchen. Und der Markt reagiert, wenn auch mit leichter Verzögerung. Edlauer: „Interessant sind all jene Gemeinden, bei denen es vom Wohnort bis nach Wien mit dem Auto nicht länger als 30 bis maximal 45 Minuten braucht.“ Darum zieht der „Speckgürtel“ immer weitere Kreise rund um die Bundeshauptstadt und reicht mittlerweile bis nach St.Pölten, Krems, Hollabrunn, Mistelbach, Bruck/Leitha, ja teilweise bis nach Hainburg.

Wo eine schnelle Bahnverbindung fehlt, ist man aufs Auto angewiesen. Edlauer bedauert in diesem Zusammenhang den Umstand, dass die U-Bahn an der Stadtgrenze Endstation macht – und nicht weiter hinaus ins Wiener Umland fährt. Das zu ändern, wäre „eigentlich eine höchst dringliche Maßnahme“.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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