Schwere Vorwürfe

Horrorbericht über ein Pflegeheim im Mühlviertel

Unfassbar! Damit lässt sich ein Schreiben der Volksanwaltschaft zusammenfassen. Es beschreibt unglaubliche Zustände im Pflegeheim St. Georgen/Gusen in Oberösterreich. So sollen nach einem Influenza-Ausbruch schwere Hygiene-Verfehlungen vorliegen. Bürgermeister Erich Wahl weiß von den Missständen laut eigener Aussage nichts.

„Die Kommission der Volksanwaltschaft war zwar da und hat danach auch das Land informiert. Es wurden aber durch den Landesprüfer keine Missstände festgestellt“, beteuert Erich Wahl, der als SP-Bürgermeister in St. Georgen an der Gusen auch für das dortige Pflegeheim verantwortlich ist.

Zweifel an Echtheit des Briefes
Wahl versichert auch, in den letzten Tagen keinen Brief der Volksanwaltschaft erhalten zu haben. Er zweifelt vielmehr die Echtheit des Schreibens an, das schwerste Mängel aufzeigt. Dieser Brief liegt der „Krone“ allerdings vor.

Zwei Heimbewohner zuletzt gestorben
Demnach soll eine Kommission der Volksanwaltschaft das Heim aufgesucht haben, nachdem sich Anfang März nach einer Faschingsfeier mehrere Personen mit dem Influenza-Virus angesteckt hatten – und einige kurz danach starben. Ortschef Wahl: „Zwischen 6. und 13. März sind zwei Heimbewohner im Krankenhaus gestorben. Ob durch Influenza, wissen wir nicht. Wir bekommen aber keine Rückmeldung über die Todesursache.“

Maßnahmen zu spät eingeleitet?
Im Schreiben der Volksanwaltschaft steht auch, dass die Heimleitung nach der Infektion nur äußerst zögerlich vorgegangen ist. So wurden notwendige Hygienemaßnahmen erst eingeleitet, als weitere Erkrankungen bekannt wurden. „Die Ausbreitung der Erkrankung wäre aufgrund des Alters und der vorliegenden Grunderkrankungen der Bewohner mit einem hohen Mortalitätsrisiko verbunden“, befürchtet die Volksanwaltschaft weitere Opfer.

Hygiene-Beauftragte in Karenz
Zwar wurden mittlerweile der Speisesaal gesperrt und für Bewohner und Besucher Desinfektionsspender aufgestellt, spezielle Reinigungspläne lägen aber nicht auf. Hinzu komme, dass die Hygiene-Beauftragte in Karenz ist. Bürgermeister Wahl: „Fakt ist, dass eine Grippewelle umgeht und wir deshalb angeordnet haben, die Besuche einzuschränken.“

Mario Zeko
Mario Zeko
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